Ausblick auf Gesamtjahr positiv
Infineon erwartet nach Rekordquartal Nachfrageschwäche

Der Halbleiterhersteller Infineon hat das Geschäftsjahr 1999/2000 mit einem Rekordquartal abgeschlossen, die Investoren aber mit einem verhaltenen Ausblick verunsichert.

rtr MÜNCHEN. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, stieg der Überschuss im Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 30. September) auf 1,13 Mrd. Euro von 61 Mill. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) sei auf 1,67 Mrd. Euro geklettert, der Umsatz um 72 % auf 7,28 Mrd. Euro. Für das laufende Quartal rechnet Infineon allerdings mit einer schwächeren Nachfrage für Speicherprodukte. Der Kurs der Infineon-Aktie gab nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich nach.



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Das Ebit-Ergebnis lag nach Angaben von Infineon über den Erwartungen der Analysten. Auch drei von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Branchenexperten hatten ein geringeres Ebit-Ergebnis vorhergesagt. Der Überschuss von 1,13 Mrd. Euro lag jedoch unter den Prognosen des Umfrageinstituts Barra, das unter Berufung auf Schätzungen von 18 Analysten im Durchschnitt 1,248 Mrd. Euro erwartet hatten.

Ausblick für Speicherprodukte verunsichert Investoren

Mit einem Umsatzwachstum von 82 % auf 2,38 Mrd. Euro und einem Ebit von 807 Mill. DM sei das abgelaufene Quartal das beste im gesamten Geschäftsjahr gewesen, erklärte Infineon. Das Wachstum sei von einer starken Nachfrage vor allem bei Kommunikations- und Speicherprodukten sowie auf Produktivitätssteigerungen und eine Verbesserung der Margen in allen Geschäftsbereichen zurückzuführen. Analysten hatten für das Geschäftsjahr mit einem Umsatz von bis zu 7,2 Mrd. Euro und einem Ebit von bis zu 1,5 Mrd. Euro gerechnet. "Die Zahlen sind gut und liegen im vierten Quartal über meinen Erwartungen", sagte ein Analyst in München in einer ersten Reaktion. Der Ausblick für die Speicherprodukte verunsichere aber die Investoren.

Im kommenden Kalenderjahr will Infineon "wesentlich stärker" als der Branchendurchschnitt wachsen, den das Forschungsinstitut Dataquest mit 27 % beziffert. In der Kommunikationssparte rechnet das Unternehmen im Gesamtjahr mit einer weiteren Steigerung der Ebit-Margen. Bei den Speicherprodukten sieht der Konzern im laufenden Quartal jedoch eine schwächere Nachfrage und deshalb niedrigere Preise. Spätestens für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres werde eine Markterholung erwartet, wodurch der Ausblick für das Gesamtjahr für Speicherprodukte positiv bleibe, hieß es.

"Das heißt, dass es im Moment gerade schwächer läuft und bestätigt die Ängste, die in der Halbleiterbranche derzeit herrschen", sagte Michael Bahlmann von M.M.Warburg. Die Skepsis, dass die vor allem durch den Boom in der Mobilfunkindustrie getriebenen Wachstumsraten in dem Sektor im nächsten Jahr nicht mehr erreicht werden könnten, hatte den Aktien der Halbleiter-Unternehmen schon in den vergangenen Wochen Einbußen beschert. Nähere Details erwarten sich die Experten von der am Nachmittag stattfindenden Analystenkonferenz.



Infineon rechnet auch im kommenden Jahr mit Kapazitätsengpässen. Deshalb plane der Konzern 2001 Investitionen in Höhe von etwa 30 % des Umsatzes. "Wir sehen bis ins Jahr 2003 sehr positive Marktbedingungen", erklärte Infineon-Chef Ulrich Schumacher.

An Infineon ist der Siemens-Konzern mit 71 % beteiligt. Siemens wird am Mittwoch seine Zahlen für das Geschäftsjahr 1999/2000 vorlegen.

Der Infineon-Kurs, der bereits vor Veröffentlichung der Zahlen rund 3 % im Minus gelegen hatte, gab nach Bekanntgabe der Ergebnisse weiter nach und notierte am Nachmittag mit 51,15 Euro 6,2 % unter seinem Vortagesschluss.

So entwickelt sich der Infineon-Kurs

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