Ausblick auf neue Börsenwoche von New Yorker Trümmerstaub getrübt
Deutschen Aktien droht noch tieferer Absturz

Nach der Börsenpanik durch die Terroranschläge in den USA sind die Aussichten für die kommende Woche noch stark durch die Trümmer-Staubwolken des World Trade Center verdunkelt. Die weitverbreitete Unsicherheit spiegelt sich in spekulativen Prognosen, düsteren Stimmen über gewachsene Rezessionsgefahr und weiter fallende Kursen wider.

ddp BERLIN. Sogar Befürchtungen eines drohenden Börsenkrachs an der Wall Street nach der Wiedereröffnung am Montag wurden am Freitagmittag an der Börse in Frankfurt am Main laut, während andere Händler dazu rieten, in Krisenzeiten zu kaufen.

Viele Volkswirte und Institute halten die Auswirkung auf die Entwicklung der Weltwirtschaft überwiegend für messbar, aber nicht gravierend. Vieles hänge nun vom Verbrauchervertrauen ab, besonders in den USA. Und dieses erwachse wiederum vor allem aus den Erwartungen eines Gegenschlags gegen die Terroristen, hieß es. Vielfach wird darauf verwiesen, dass die Folgen der Terroranschläge in New York und Washington für die Wirtschaft der Eurozone noch relativ unklar sind. Kaum bezweifelt wird jedoch, dass diese Einfluss auch auf die Verbraucher- und Unternehmensstimmung im europäischen Währungsraum haben werden und zumindest kurzfristig auf Konsum und Investitionen lasten könnten.

In der kommenden Woche droht deutschen Börsen weitere Absturz

Sollten die US-Aktienmärkte angesichts der Terroranschläge und der ohnehin angeschlagenen US-Konjunktur weiter unter Druck bleiben, würden die sich derzeit stark an der Wall Street orientierenden europäischen Aktienindizes weiter absacken, ist die allgemeine Erwartung. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Wim Duisenberg, hatte am Mitwoch gesagt, der "Schock" durch die Anschläge werde voraussichtlich langfristige Konsequenzen haben. Er bezweifele aber, dass es zu einer Rezession kommt, wenngleich der Abschwung nun länger als zunächst erwartet dauern werde.

Auch für die WestLB sind die Folgen der Anschläge derzeit noch nicht absehbar, zumal eine Eskalation der Gewalt nicht auszuschließen sei. Alle quantitativen "Prognosen" seien schlichtweg Kaffeesatzleserei. Die US-Produktionsausfälle als wichtige Einflussfaktoren seien zeitlich mehr oder weniger eng begrenzt, schätzen die Beobachter der Bank ein. Für einzelne Unternehmen könnten sie aber ein erhebliches Ausmaß erreichen und sogar existenzgefährdend sein. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt seien sie allerdings "vergleichweise gering". Von der Ölversorgung und vom Ölpreis her erschienen die Risiken "daher eng begrenzt".

Größte Unsicherheit geht vom US-Konsumentenverhalten aus

Ähnlich wird die Ölpreiswirkung von der Commerzbank gesehen. Positiv zu werten sei die Aussage der Opec, den Ölpreis zu stabilisieren. Auch hätten die Notenbanben rasch gehandelt und zusätzliche Liquidität in den Geldkreislauf geschleust. Die größte Unsicherheit gehe vom Konsumverhalten in den USA aus, betonte die Commerzbank. Da die Börsen dort noch geschlossen seien und über das Verhalten der Marktteilnehmer nur spekuliert werden könne, verzichte das Frankfurter Institut vorerst auf konkrete Anlageempfehlungen. Andererseits sollte Ruhe bewahrt und auf hektische Verkäufe verzichtet werden, solange die weitere Entwicklung unklar sei, rät die Commerzbank.

Nach Meinung der Deutschen Bank werden die Aktienkurse noch weiter fallen. Nachdem in Europa die Aktien rund sieben Prozent verloren hätten, müssten die Prognosen der Analysten "noch weiter gekürzt werden, je nachdem wie groß der Einfluss der Ereignisse auf die Unternehmensergebnisse ist", äußerte ein Analyst der Bank. Im Herbst stehe den Börsen daher wahrscheinlich ein weiterer Kursrückgang bevor.

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