Ausblick bestätigt
Thiel macht im dritten Quartal Verlust

Der Logistikdienstleister Thiel Logistik hat in den ersten neun Monaten seinen operativen Gewinn mehr als halbiert und im dritten Quartal wie erwartet rote Zahlen geschrieben. Für das Gesamtjahr bekräftigte das Luxemburger Unternehmen seine reduzierten Prognosen.

Reuters FRANKFURT. "Für das Gesamtjahr 2002 bleibt unsere Vorhersage unverändert bestehen", sagte Thiel-Chef Günther Thiel am Donnerstag. Demnach werde für 2002 ein Umsatz von 1,45 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 25 Millionen Euro erwartet. In dieser Prognose sei allerdings der im Oktober mehrheitlich übernommene Konkurrent Microlog noch nicht enthalten. Derzeit befinde sich Thiel Logistik in finalen Verhandlungen über einen Großauftrag in Milliardenhöhe, sagte Thiel weiter. "Wir wollen vor Weihnachten die Tinte trocken haben." Über drei weitere Großaufträge führe das im Nemax50 notierte Unternehmen bereits konkrete Verhandlungen. Details wollte er nicht nennen. Die Thiel-Aktie legte deutlich zu.

Thiel kündigte außerdem an, sein Unternehmen wolle in der laufenden Konsolidierung des europäischen Logistikmarktes eine aktive und bestimmende Rolle spielen. Bis Ende 2005, Anfang 2006 wolle Thiel zu den fünf führenden Logistikdienstleistern in Europa gehören. Derzeit rangiere der Konzern auf den Positionen 20 bis 25. "Vor drei Jahren waren wir noch nicht mal unter den Top 100." Mit dem Industriellen-Erben Stefan Quandt auf der Aktionärsseite habe Thiel die notwendige Stabilität für eine positive Entwicklung. Quandt war über seine Holding Delton im August bei Thiel eingestiegen. Durch die Verschmelzung mit der der bereits vorher von ihm kontrollierten Microlog wird ein Logistikkonzern mit geschätzten 1,7 Milliarden Euro Umsatz entstehen.

Im dritten Quartal verzeichnete Thiel wie angekündigt erstmals einen operativen Verlust von 2,5 Millionen Euro nach einem Gewinn von 17,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten ging der operative Gewinn auf 18,9 von 44,4 Millionen Euro zurück, wie es weiter hieß. Grund seien bereits im Sommer bekannt gewordenen Fehler des Managements in der Schweiz, wo Thiel einen Verlust von 8,6 Millionen Euro verbuchte, höher als erwartete Integrationskosten vor allem für die Akquisition von Birkart sowie die anhaltende Konjunkturflaute. Der Umsatz stieg indes in den ersten neun Monaten zum Vorjahreszeitraum um 60 Prozent auf 1,068 Milliarden Euro. Im dritten Quartal lag er bei 365,7 (Vorjahr: 242,8) Millionen Euro. Thiel traf damit die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten.

Die Quartalszahlen seien "kein Grund für Freudensprünge", teilte SES-Analyst Klaus Linde mit. Die Ergebniszahlen seien zwar besser als erwartet, insbesondere die Übernahme von Microlog erscheine derzeit aber zu risikoreich. Für die weitere Entwicklung der Aktie zeigte sich Linde daher skeptisch. Die Thiel-Aktien legten um mehr als zehn Prozent auf 4,83 Euro zu.

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