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Ausblick: Chrysler erholt sich - Ergebnisplus Daimlerchrysler erwartet

(dpa-AFX) Stuttgart/Frankfurt - Trotz zahlreicher Negativmeldungen blicken Analysten optimistisch auf das zweite Quartal von Daimlerchrysler < DCX.ETR > . Das 500-Millionen-Euro-Sparpaket, der Rückzug vom Partner Mitsubishi Motors < MMR.SQ1 > < MMO.FSE > , kostspielige Rückrufaktionen bei der Nutzfahrzeugtocher Fuso und zahlreiche Gerüchte über eine Ablösung des Konzernchefs Jürgen Schrempp - in den vergangenen Monaten hatte der Stuttgarter Autobauer so einiges an schlechten Nachrichten zu verkraften. Doch auf der Bilanzseite lichten sich inzwischen die Schatten. Dank der US-Tochter Chrysler und einer Belebung im Nutzfahrzeuggeschäft dürfte der Autobauer nach Ansicht von Analysten an diesem Donnerstag (29. Juli) ein deutlich besseres Ergebnis als im Vorjahr präsentieren.

(dpa-AFX) Stuttgart/Frankfurt - Trotz zahlreicher Negativmeldungen blicken Analysten optimistisch auf das zweite Quartal von Daimlerchrysler < DCX.ETR > . Das 500-Millionen-Euro-Sparpaket, der Rückzug vom Partner Mitsubishi Motors < MMR.SQ1 > < MMO.FSE > , kostspielige Rückrufaktionen bei der Nutzfahrzeugtocher Fuso und zahlreiche Gerüchte über eine Ablösung des Konzernchefs Jürgen Schrempp - in den vergangenen Monaten hatte der Stuttgarter Autobauer so einiges an schlechten Nachrichten zu verkraften. Doch auf der Bilanzseite lichten sich inzwischen die Schatten. Dank der US-Tochter Chrysler und einer Belebung im Nutzfahrzeuggeschäft dürfte der Autobauer nach Ansicht von Analysten an diesem Donnerstag (29. Juli) ein deutlich besseres Ergebnis als im Vorjahr präsentieren.

Die elf von dpa-AFX befragten Experten gehen davon aus, dass der operative Konzerngewinn von 641 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr durchschnittlich 1,920 Milliarden gestiegen sein dürfte. Unter dem Strich werden 822,22 Millionen Euro Reingewinn (Vj: 109 Mio Euro) erwartet. Der Umsatz dürfte vor allem durch negative Wechselkurseffekte belastet sein, gleichwohl wird ein Anstieg von 34,328 auf 35,731 Milliarden Euro erwartet.

Chrysler IM Aufwind

Den Ergebnisschub hat Daimlerchrysler vor allem der US-Sparte zu verdanken. Der Sanierungsfall Chrysler, der 2003 nach einem kurzen Zwischenhoch einen Jahresverlust von satten 506 Millionen Euro (inklusive Restrukturierungskosten) hingelegt hatte, rappelt sich langsam aber sicher wieder auf. Die Modelloffensive und das Kostensenkungsprogramm fruchten. Die jüngsten Modelle wie der 300c und der Dodge Durango sind im US-Markt gut angekommen. "Als einziger US-Hersteller hatte Chrysler im zweiten Quartal seinen US-Absatz steigern können", sagt Stephan Droxner von der Landesbank-Baden-Württemberg. Für das zweite Quartal erwarten neun befragte Experten im Durchschnitt 420,55 Millionen Euro operativen Gewinn (Spanne: 271-600 Mio Euro) nach einem Verlust von 948 Millionen Euro im Vorjahr.

Doch Jeremy Papin von Lehman Brothers zweifelt, ob dieser Erfolg dauerhaft sein wird: "Chrysler sieht sich auch in Zukunft einem enormen Wettbewerb und einem harten Preisdruck gegenüber. Hinzu kommen strukturelle Probleme wie Überkapazitäten", schreibt der Experte in seiner jüngsten Studie. Die weitere Entwicklung von Chrysler bleibe eine "Schlüsselfrage".

Ergebnisrückgang BEI Mercedes

Für wenig Euphorie dürfte nach Ansicht von Analysten das Quartals-Ergebnis bei Mercedes-Benz sorgen. Der jüngste Absatzrückgang, Wechselkurseffekte und kostspielige Modellanläufe (SLK, Facelift C-Klasse) beziehungsweise Modellwechel (A-Klasse) lasteten auf der Sparte. Analysten erwarten daher einen Rückgang des operativen Gewinns von 861 Millionen Euro im Vorjahr auf durchschnittlich 778,13 Millionen Euro. (Spanne: 700-861 Mio Euro).

Unterdessen dürfte die "hohe Lkw-Nachfrage sowohl in den USA als auch in Europa" dem Nutzfahrzeugbereich zugute gekommen sein, sagt Fabian Kania von Heleba Trust. Die befragten Experten rechnen für das Nutzfahrzeuggeschäft, in dem Daimlerchrysler im zweiten Quartal erstmals Fuso konsolidiert, mit einem operativen Ergebnis von 326 Mio Euro (Vj: 211 Mio Euro; Spanne: 279-354). Die Sparte Financial Services dürfte einen operativen Gewinn von 356,5 Millionen Euro (Vj: 334 Mio Euro, Spanne 293-400) ausweisen. Einen weiteren Ergebnisbonus dürfte Daimlerchrysler aus seiner Beteiligung an dem Luftfahrtkonzern Eads ziehen, nachdem sich das Luftfahrtgeschäft wieder erholt hat.

Personalkarussel Dreht Sich

Im Fokus der Analysten wird auch eine Reihe von Personalien stehen. Denn der Aufsichtsrat bestimmt an diesem Donnerstag auch den neuen Mercedes-Chef. Nach wochenlangen Spekulationen gilt inzwischen als sicher, dass Nutzfahrzeugchef Eckhard Cordes auf den Chefsessel bei Mercedesbenz wechselt und dort Jürgen Hubbert ablöst. Unterdessen wird als Favorit für die Spitze der dann vakanten Nutzfahrzeugsparte wird smart-Chef Andreas Renschler gehandelt. Auf dessen Chefposten könnte der Gerüchteküche zufolge Ulrich Walker rücken, der nach dem Rückzug von Daimlerchrysler seinen Platz im Vorstand des japanischen Autobauers Mitsubishi Motors räumen musste.

Dass sich der Konzern Ende der vergangenen Woche nach einem langen, aber mit der Zeit durchaus konstruktiven Verhandlungsmarathon auf Einsparungen über 500 Millionen Euro einigen konnte, wird von Branchenexperten unterdessen durch die Reihe positiv bewertet. "Die Einigung ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Wettbewerbsposition von Mercedes, der angesichts stetiger Effizienzsteigerungen bei den Premiumwettbewerbern notwendig war", sagt Lbbw-Analyt Droxner. "Die Einigung könnte längerfristig zur Margenausweitung beitragen." Daimler hatte im Gegenzug für das Sparpaket eine Beschäftigungssicherung bis zum Jahr 2012 gegeben. Bei den Kostensenkungen mischt auch das Top-Management mit. Schrempp und Co, die im vergangenen Jahr knapp 41 Millionen Euro verdienten, wollen auf zehn Prozent ihrer Bezüge verzichten.

^Prognosen:

(alle Angaben in Millionen Euro)

Zweites Quartal Umsatz Betriebsergebnis Überschuss

Durchschnitt 35.731 1.920 822,22 Höchste Schätzung 37.84 2.000 921 Niedrigste Schätzung 34.249 1.886 649 Q2 2003 34.328 641 109

Anzahl der Schätzungen 11 11 9°

^Befragte Banken:

Lehman Brothers Deutsche Bank Dresdner Bank HVB Helaba Trust Sal Oppenheim Merck & Fink MM Warburg Landesbank Baden-Württemberg Landesbank Bayerische Landesbank °

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