Ausblick
Deutliche Revision beim US-BIP für das 2. Quartal erwartet

Von einer deutlichen Revision der Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal gehen Analysten im Vorfeld der Veröffentlichung der entsprechenden Zahlen am kommenden Mittwoch aus. Für die zweite Schätzung wird im Durchschnitt mit einer Stagnation der Wachstumsentwicklung gerechnet, nachdem im Rahmen der ersten Schätzung noch ein BIP-Zuwachs von annualisiert 0,7 % ausgewiesen worden war.

vwd WASHINGTON. Dennoch, auch wenn jetzt noch einmal eine kräftige Korrektur der US-Wachstumszahlen bevorstehen sollte - für die meisten Konjunkturexperten ist das "Schlimmste vorbei". So verweisen die Analysten von Merrill Lynch darauf, dass die drohende BIP-Revision vor allem Folge des stärker als erwarteten Lagerabbaus sei. Nachdem dieser in der ersten Schätzung bei einer annualisierten Rate von 27 Mrd. US-$ gelegen hat, müssen nach den Juni-Zahlen zu den Lagerbeständen wohl noch einmal weitere zehn Mrd. US-$ hinzu addiert werden. Merrill Lynch zufolge muss die Entwicklung aber letztlich positiv gesehen werden, denn mit Blick auf das laufende Quartal sollte sich die Entwicklung nun beschleunigt umkehren. Damit würden die Lagerbestände früher als erwartet wieder zum US-Wachstum beitragen.

Entsprechend optimistisch sind dann auch die BIP-Schätzungen für das dritte Quartal. Während die Analysten von Merrill Lynch für die erste Revision des Zweitquartals-BIP im Analystenkonsens liegen, zeigen sie sich für das dritte Quartal optimistischer als andere Häuser und prognostizieren ein annualisiertes Wachstum von zwei Prozent (aktueller Konsens: plus 1,7 %). Neben einer Wende bei den Lagerbeständen wird dieser verhaltene Wachstumsoptimismus vor allem mit den Steuererleichterungen der US-Regierung und den drastischen Zinssenkungen der Federal Reserve begründet.

So sollten die Steuerrückzahlungen über knapp 40 Mrd. US-$ in Verbindung mit den niedrigeren Energiepreisen, die Berechnungen zufolge noch einmal 20 bis 30 Mrd. US-$ an zusätzlicher Kaufkraft schaffen, ebenso zu einer spürbaren Verbesserung des Konsums führen wie die rund 50 Mrd. US-$, die aus der niedrigeren Zinsbelastung der US-Konsumenten resultieren. Risiken für den US-Konsum, der rund zwei Drittel zur US-Wirtschaftsleistung beiträgt, könnten andererseits vom Arbeitsmarkt kommen, wird gewarnt. Allerdings zeigen sich viele Experten trotz weiter drohender Entlassungsankündigungen von "profitgeschädigten" Unternehmen zuversichtlich. Mit Blick auf die jüngsten Zahlen zu den Arbeitslosenmeldungen machen beispielsweise die Merrill-Lynch-Analysten hier eine Stabilisierung der Entwicklung aus.

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