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Ausblick: Einhellig unveränderte EZB-Leitzinsen erwartet

(dpa-AFX) Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird an diesem Donnerstag (5. August) nach einhelliger Einschätzung von Volkswirten ihre Leitzinsen unverändert belassen. Alle 32 von AFX News befragten Volkswirten erwarten, dass die EZB ihren Leitzins bei 2,00 Prozent belassen wird. Die übliche Pressekonferenz wird nach der August-Sitzung des EZB-Rats nicht stattfinden.

(dpa-AFX) Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird an diesem Donnerstag (5. August) nach einhelliger Einschätzung von Volkswirten ihre Leitzinsen unverändert belassen. Alle 32 von AFX News befragten Volkswirten erwarten, dass die EZB ihren Leitzins bei 2,00 Prozent belassen wird. Die übliche Pressekonferenz wird nach der August-Sitzung des EZB-Rats nicht stattfinden.

Die Mehrheit der von AFX befragten Experten rechnet mit der ersten Zinserhöhung erst im ersten Quartal 2005. Die EZB wird also nach Einschätzung der Experten mit einer gewissen Verzögerung der US-Notenbank und der Bank of England folgen die bereit die Leitzinsen erhöht haben.

So erwartet die Commerzbank zunächst weiter unveränderte Leitzinsen in der Eurozone. Auf mittlere Sicht seien jedoch Zinsanhebungen wahrscheinlich. Dies habe jedoch zur Voraussetzung, dass sich die konjunkturelle Erholung im Euroraum wie von der EZB erwartet fortsetze.

Historisch Niedriges Zinsniveau

Angesichts der zeitlichen Verzögerung der Wirkung einer geldpolitischen Maßnahme auf Konjunktur und Preise dürfte sich der EZB-Rat nach Einschätzung der Commerzbank fragen, wie lange er noch an dem historisch sehr niedrigen Zinsniveau festhalten kann.

Die EZB beobachtet laut HVB-Group zwar auf der einen Seite die Inflationsentwicklung, hat jedoch zur Zeit keine spezifische geldpolitische Ausrichtung. Die EZB rechne fest mit einer Konjunkturerholung. So habe EZB Präsident Jean-Claude Trichet davon gesprochen, dass die Bedingungen für eine breit angelegte Konjunkturerholung gegeben seien. Einen gefährlichen Preisdruck sieht die EZB aber offensichtlich auch noch nicht. So habe Bundesbankpräsident Axel Weber darauf hingewiesen, dass die expansive Geldpolitik die Preisniveaustabilität noch nicht gefährdet.

Die jüngsten Konjunkturdaten deuten auf einen verbesserten Wachstumsausblick in der Eurozone hin, heißt es bei der Dresdner Bank. Selbst wenn sich eine Zinserhöhung zusammenbraue, sei kein schnelles Vorgehen notwendig. Ein großer Teil der aktuellen Inflationsrate von 2,4 Prozent komme von den hohen Rohölpreisen. Da das Wirtschaftswachstum lange unter dem Potenzialwachstum gelegen habe, könne es nun eine geraume Zeit darüber bleiben ohne das sich ein wachsender Preisdruck bilde. Über die nächsten Monate hinausschauend sei ein Realzins von Null mit einem sich beschleunigenden Wirtschaftswachstum in der Eurozone nicht vereinbar.

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