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Ausblick: Experten erwarten bei Deutscher Bank weiter sinkenden Gewinn

Der Gewinn der Deutschen Bank ist nach Einschätzung von Experten zwischen Juli und September vor allem wegen sinkender Handelserträge zurückgegangen.

dpa-afx FRANKFURT. Der Gewinn der Deutschen Bank ist nach Einschätzung von Experten zwischen Juli und September vor allem wegen sinkender Handelserträge zurückgegangen. Neben dem wegen der schwachen Märkte deutlich niedrigeren Handelsergebnis im dritten Quartal rechnen die Analysten auch beim Zins- und Provisionsüberschuss mit einem leichten Minus. Die größte deutsche Bank legt am Freitag (29. Oktober) vor Börseneröffnung die Zahlen für das dritte Quartal vor.

"Der Ertragsrückgang wird durch die etwas niedrigere Kostenbasis nur zum Teil kompensiert werden", sagte HVB-Analyst Andreas Weese. Helabatrust-Experte Sebastian Reuter geht davon aus, dass die Zahlen die Aktie nicht weiter unter Druck bringen wird: "Der von uns prognostizierte Gewinnrückgang dürfte nicht zuletzt angesichts der bereits veröffentlichten Quartalszahlen der US-amerikanischen Konkurrenz jedoch kein negatives Überraschungspotenzial mehr bergen."

Vorsteuergewinn Sinkt Unter Eine Milliarde Euro

Die elf von dpa-AFX befragten Experten erwarten für das dritte Quartal im Durchschnitt einen Gewinn vor Steuern von 912 Mill. Euro - nach 1,16 Mrd. im Vorquartal. Im Vorjahresabschnitt hatte die größte deutsche Bank vor Steuern mit 755 Mill. Euro allerdings noch weniger verdient. Nach Steuern gehen die Analysten sowohl im Jahres- als auch Quartalsvergleich von einem Gewinnrückgang auf 547 (Vorquartal 656) Mill. Euro aus.

Beim Handelsergebnis erwarten die befragten Experten wegen der Flaute an den Aktienmärkten und geringeren Erträgen bei Anleihen im Quartalsvergleich ein Minus von knapp 19 Prozent auf 1,147 Mrd. Euro. Experten sehen in der hohen Abhängigkeit des Deutschen Bank-Ergebnisses vom stark volatilen Eigenhandel einen der wichtigsten Gründe für den derzeit niedrigen Aktienkurs. Die Aktie der Deutschen Bank kostet etwa ein Viertel weniger als Anfang März.

2005er-Renditeziel Könnte ZU Restrukturierungskosten Führen

Die Bankgesellschaft Berlin geht davon aus, dass bei der Deutschen Bank in der zweiten Jahreshälfte Restruktierungskosten anfallen könnten, da die Bank zur Erreichung des Ziels einer bereinigten Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 Prozent im kommenden Jahr auf der Kostenseite noch nachbessern muss. Dies sei durch die jüngsten Veränderungen im Management noch wahrscheinlicher geworden, schreibt Bankgesellschaft Berlin-Experte Alexander Plenk. Er stuft die Aktie der Deutschen Bank weiter mit "Halten" und einem Kursziel von 60 Euro ein. Die Deutsche Bank hatte im September den Umbau des erweiterten Konzernvorstands (Group Executive Committee) bekannt gegeben.

Optimistischer ist HVB-Analyst Weese, der die Aktie mit "Outperform" und einem Kursziel von 71,10 Euro einstuft. Weese rechnet erst bei der Vorlage der Jahreszahlen im Februar 2005 mit genaueren Informationen und Details, wie die Bank ihr Renditeziel erreichen möchte. "Dies gibt der Aktie unseres Erachtens zusätzliche Phantasie", sagte er. Helaba-Experte Reuter sieht in der aktuellen Marktbewertung ebenfalls Kaufkurse. Das am Freitag anstehende Zahlenwerk sollte sich wegen der erneuten Kostenreduzierungen und dem wachsenden Einfluss der Sparte Pcam (Private Clients and Asset Management) positiv auf den Kursverlauf auswirken.

Überblick über die Schätzungen:

^ Q3/2004 Q3/2003 Q2/2004 Höchste Niedrigste Zinsüberschuss 1 382 1 612 1 459 1 488 1 247 Risikovorsorge 151 174 155 175 122 Provisionsüberschuss 2 295 2 379 2 368 2 400 2 216 Handelsergebnis 1 148 940 1 416 1 348 1 052 Gewinn vor Steuern 912 755 1 161 1 160 761 Gewinn nach Steuern 547 576 656 685 464°

(alle Angaben in Mill. Euro)

Folgende Banken haben an der Umfrage teilgenommen: Bankgesellschaft Berlin, Helabatrust, DZ Bank, HVB, Goldman Sachs, LBBW, LRP, JP Morgan, Merck Finck, Sal. Oppenheim, USB.

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