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Ausblick: Experten erwarten bei Deutscher Börse Ergebnisrückgang im 2.Quartal

(dpa-AFX) Frankfurt - Die in den vergangenen Monaten stark gesunkenen Handelsumsätze in den Deutsche-Börse-Sparten Xetra und Eurex werden dem Frankfurter Börsenbetreiber < DB1.ETR > nach Analysteneinschätzung eine schwache Quartalsbilanz bescheren.

(dpa-AFX) Frankfurt - Die in den vergangenen Monaten stark gesunkenen Handelsumsätze in den Deutsche-Börse-Sparten Xetra und Eurex werden dem Frankfurter Börsenbetreiber < DB1.ETR > nach Analysteneinschätzung eine schwache Quartalsbilanz bescheren.

Die zwölf von dpa-AFX befragten Experten rechnen durchschnittlich mit einem im Vergleich zum Vorjahr rückläufigen Ergebnis. Der Gesamtumsatz dürfte hingegen vor allem bedingt durch Umsatzsteigerungen bei der Abwicklungstochter Clearstream leicht zugelegt haben.

Die Deutsche Börse wird nach eigenen Angaben an diesem Dienstag (10. August) ihre Quartalszahlen vorlegen. Am Markt wird jedoch auf Grund früherer Erfahrungen bereits mit einer Veröffentlichung am Abend zuvor gerechnet.

Prognosen

Die zwölf Experten erwarten im Durchschnitt einen moderaten Erlöszuwachs auf 355,0 (VJ: 351,9) Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde auf 112,1 (VJ: 115,3) Millionen Euro sinken. Beim Überschuss rechnen die Experten mit einem Rückgang auf 63,6 (71,1) Millionen Euro.

Sollte sich der flaue Trend an den Märkten fortsetzen und die Handelsumsätze im zweiten Halbjahr schwach bleiben, erwägen einige Analysten, ihre Prognosen für das Gesamtjahr und die Folgejahre zu senken. Die Investmentbank Credit Suisse First Boston (Csfb) hat damit bereits begonnen.

Gesamtjahresprognose Erreichbar

Es wird allgemein jedoch nicht erwartet, dass die Deutsche Börse ihren Ausblick zurücknimmt. Der Börsenbetreiber rechnet bis Ende 2004 mit einem Ebit von "mehr als 450 Millionen Euro". Eine Anhebung sei möglich, falls das geplante Projekt im außerbörslichen Handel (OTC) in diesem Jahr noch nicht starte, hatte Finanzvorstand Mathias Hlubek bei der vorangegangenen Quartalsbilanz gesagt.

Konrad Becker von Merck Finck & Co sagte: "Ich gehe davon aus, dass die Deutsche Börse ihre Jahresprognose erreichen wird, aber eine positive Überraschung ist inzwischen sehr unwahrscheinlich geworden." Ein weiterer Analyst sieht das ähnlich: "Ich denke, die Deutsche Börse wird ihr Jahresziel nicht ändern. Selbst wenn die Handelsumsätze weiter niedrig bleiben, sehe ich auf der Kostenseite entsprechend Spielraum, um das Ziel zu erreichen." Die Deutsche Börse hat bisher für das Gesamtjahr Investitionskosten von jeweils 30 bis 40 Millionen Euro für die Eurex US sowie einen Zentralen Kontrahenten für das außerbörsliche Wertpapiergeschäft (CCP OTC) veranschlagt.

"An den rückläufigen Handelsumsätzen kann die Deutsche Börse nichts ändern, daher rückt nun die Kostenseite verstärkt in den Fokus", sagte auch Analystin Simone Glass von der UBS. Zudem steht die in Chicago seit Anfang Februar gestartete Terminbörse Eurex US erneut im Blickpunkt. Sie hatte bis zum Start eines Anreizprogramms Anfang Juli den Markt enttäuscht.

Durchschnittsschätzung für die Deutsche Börse (12 Analysten: BGB, BW Bank, Citigroup, Csfb, Drkw, DZ Bank, Helabatrust, Hsbc, LRP, Merck Finck, UBS, Westlb):

^ (in Mio Euro) Q2/2004 Prognose Q2/03 Q1/04

Umsatz: 355,0 (348 bis 363) 351,9 379,1

Ebit: 112,1 (100 bis 127) 115,3 132,8

EBT: 109,5 (98 bis 113) 112,8 131,5

Gewinn: 63,6 (54 bis 72) 71,1 76,9

EPS (in Euro): 0,57 (0,53 bis 0,64) 0,64 0,69°

Umsatz nach den wichtigsten Sparten:

^ (in Mio Euro) Q2/2004 Prognose Q2/03 Q1/04

Xetra: 52,9 50,4 65,2

Eurex: 99,2 103,9 106,9

Clearstream: 142,1 134,2 146,0°

Ebit nach den wichtigsten Sparten:

^ (in Mio Euro) Q2/2004 Prognose Q2/03 Q1/04

Xetra: 20,0 6,9 33,8

Eurex: 44,8 59,7 53,5

Clearstream: 34,9 30,7 31,1°

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