Ausblick für beide Ratings „stabil“: Ratingagenturen nehmen Schering unter die Lupe

Ausblick für beide Ratings „stabil“
Ratingagenturen nehmen Schering unter die Lupe

Die US-Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's (S&P) haben die Bonitätsbewertung des Berliner Pharmakonzerns Schering mit vergleichbar hohen Noten aufgenommen.

Reuters FRANKFURT. Moody's bewertet die langfristigen Schulden des Unternehmens in seiner dritthöchsten Investmentkategorie mit der insgesamt sechstbesten Ratingnote "A2" und die kurzfristigen Schulden mit "P-1", wie die Ratingagentur am Donnerstag mitteilte. S&P gab zuvor bekannt, die langfristigen Verbindlichkeiten des Unternehmens mit "A" - seine ebenso sechstbeste Note - und die kurzfristigen Schulden mit "A-1" einzustufen. Beide Agenturen nannten den Ausblick für die Ratings "stabil", was bedeutet, dass in absehbarer Zeit keine Änderung zu erwarten ist.

Mit dem Rating will sich Schering Finanzierungsmöglichkeiten offenhalten. Vor etwa einem Jahr hatte Schering seinen Anteil am Pflanzenschutzhersteller Aventis CropScience an den Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer für 1,5 Milliarden Euro verkauft und will einen Großteil dieses Erlöses für Zukäufe einsetzen. Schering ist in seinen Arbeitsfeldern Hautkrankheiten (Dermatologie) und Krebsforschung (Onkologie) auf der Suche nach Partnern im US-Markt.

Ein Rating der weltweit führenden Agenturen soll Investoren bei ihren Anlagen die Beurteilung des Kreditrisikos von festverzinslichen Wertpapieren erleichtern. Den Unternehmen hilft ein hohes Rating demnach in der Regel bei ihrer Suche nach Investoren, während eine schwache Bewertung die Refinanzierung meist verteuert. Reuters hatte aus Industriekreisen Ende Februar erfahren, dass das S&P-Rating mindestens "A" sein würde.

Schering zeigte sich mit den Ratings zufrieden. "Diese Bewertung unterstreicht die Stabilität und Glaubwürdigkeit unseres Unternehmens", erklärte Finanzvorstand Klaus Pohle in einer Mitteilung des Unternehmens. "Wir haben die Ratingagenturen gebeten, eine potenzielle Kreditaufnahme in Höhe von einer Milliarde Euro mit einzukalkulieren." Ein Unternehmenssprecher sagte Reuters, Emissionen von Anleihen seien aber nicht unmittelbar geplant.

Moodys begründete seine Einstufung mit der umsichtigen Akquisitionsstrategie von Schering sowie mit neuen Produkten, die in Vorbereitung seien. Diese würden voraussichtlich zum künftigen Wachstum beitragen und regelmäßigen Geldzufluss sichern. Für die vorgenommene Einstufung sei allerdings auch von Bedeutung, dass Schering im Vergleich zur Konkurrenz ein relativ kleines Unternehmen sei. Zudem laufe der Patentschutz bei einigen Produkten demnächst aus, so dass Schering sich der Konkurrenz durch Nachahmerpräparate (Generika) stellen müsse.

S&P begründete seine ebenso hohes Bonitätsurteil mit der ausgewogenen Produktpalette des Pharmakonzerns, dem insgesamt überdurchschnittlichen Umsatzwachstum von Schering sowie der starken Marktposition. Dem stünde aber eine begrenzte Präsenz auf dem US-Markt gegenüber wie auch eine relativ geringe Zahl umsatzstarker Medikamente (Blockbuster) gegenüber. "Schering hat eine der ausgewogensten Produktpaletten in der Pharmaindustrie, wobei kein Präparat mehr als 15 Prozent des Umsatzes ausmacht", erläuterte S&P.

Die Aktie der Schering AG lag am Vormittag gegen den festeren Trend im Deutschen Aktienindex (Dax) knapp ein Prozent im Minus bei 39,65 Euro.

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