Ausblick
Gedämpfte Erwartungen bei Apple und IBM

Zwei Schlüsselunternehmen der Hightech-Branche - Apple und IBM - veröffentlichen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit Spannung erwartete Quartalszahlen.

vwd CUPERTINO/ARMONK. Ende März hatten Investmentbanken ihre Prognosen für Apple zurückgenommen. So erwarten die Analysten von J.P. Morgan nun für das Geschäftsjahr 2002 einen Gewinn je Aktie von 0,44 Dollar statt bislang 0,54 Dollar. Zur Begründung verweisen die Analysten auf den höheren Preis für den neuen iMac.

Apple hatte im März auf der Computermesse MacWorld Expo in Tokio angekündigt, wegen der gestiegenen Kosten für Speicherbausteine und LCD-Bildschirme nun die Preise für ihren iMac heraufzusetzen. Seit der Einführung des neu gestalteten iMac im Januar haben sich laut Apple die Einkaufspreise für DRAM-Speicherchips verdreifacht, während die für Flachbildschirme um 25 Prozent gesteigen seien. Zudem gebe es wenig Aussichten, dass die Einkaufspreise wieder sänken.

In den USA werden alle drei verschiedenen iMac-Modelle einheitlich um 100 Dollar teurer. In Deutschland will Apple um 100 Euro anheben. Trotz der höheren Preise hofft Apple auf einen guten Absatz.

Mit gedämpften Erwartungen sehen Branchenbeobachter den Quartalszahlen von IBM entgegen. Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren und zum dritten Mal in der Unternehmensgeschichte hatte IBM Anfang April eine Gewinnwarnung veröffentlicht.

IBM selbst erwartet nach den revidierten Prognosen für die ersten drei Monate einen Nettogewinn je Aktie von 0,66 bis 0,70 Dollar. Von Thomson Financial/First Call befragte Analysten folgten dieser Einschätzung und rechnen nun im Mittel einen Gewinn je Aktie von 0,68 Dollar. Vor der Gewinnwarnung Anfang April hatten Analysten ursprünglich einen Gewinn je Aktie von 0,85 Dollar vorausgesagt. Im ersten Quartal 2001 lag der Gewinn je Anteilsschein noch bei 0,98 Dollar.

Der Technologiekonzern begründete seine niedrigere Schätzung mit dem "fordernden Geschäftsumfeld". Der Umsatz werde in den ersten drei Monaten in der Spanne 18,4 bis 18,6 Milliarden Dollar liegen. Im Vorjahresquartal waren es noch 21,04 Milliarden Dollar.

"Im ersten Quartal haben viele unserer Kunden ihre Kaufentscheidungen verschoben", hatte der CFO von IBM, John R. Joyce, die Ursachen für die nach unten revidierte Prognose beschrieben.

IBM sieht den Umsatz der Technologiesparte um 35 Prozent unter dem Vorjahr. Sie wird nach Schätzungen des Konzerns im ersten Quartal einen Vorsteuerverlust von ungefähr 200 Millionen Dollar oder 0,08 Dollar je Aktie verbuchen.

Für das erste Quartal erwartet das Unternehmen einen Vorsteuergewinn von 1,65 Milliarden bis 1,75 Milliarden Dollar.

Damit hat die Krise in der Hightechbranche nun auch "Big Blue" erreicht. Im vergangenen Jahr schien es noch, als segelte IBM unbeirrt durch das Konjunkturtief, während die Konkurrenz Gewinnwarnung nach Gewinnwarnung veröffentlichte.

"IBM ist zu groß, um sich zu verstecken", erklärte ein Analyst von AG Edwards & Sons. Nun habe der Konzern wieder das Niveau der Konkurrenz erreicht. Es zeige sich, dass IBM genauso wie die anderen Unternehmen unter der Kürzung von Investitionen leide.

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