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Ausblick: Infineon im 3. Quartal mit 4. Gewinn in FolgeDPA-Datum: 2004-07-20 06:07:18

(dpa-AFX) München - Der Halbleiter-Hersteller Infineon < IFX.ETR > hat im abgelaufenen Geschäftsquartal aus Sicht von Analysten den vierten Quartalsgewinn in Folge erzielt. Das DAX < DAX.ETR > -Unternehmen profitiere von gestiegenen Preisen für Dram-Speicherchips und guten Leistungen unter anderem in seiner Automobilchip-Sparte, sagten Branchenexperten. Die Infineon Technologies AG wird an diesem Dienstag (20. Juli) vor Börseneröffnung Zahlen für ihr Ende Juni abgelaufenes drittes Geschäftsquartal vorlegen.

(dpa-AFX) München - Der Halbleiter-Hersteller Infineon < IFX.ETR > hat im abgelaufenen Geschäftsquartal aus Sicht von Analysten den vierten Quartalsgewinn in Folge erzielt. Das DAX < DAX.ETR > -Unternehmen profitiere von gestiegenen Preisen für Dram-Speicherchips und guten Leistungen unter anderem in seiner Automobilchip-Sparte, sagten Branchenexperten. Die Infineon Technologies AG wird an diesem Dienstag (20. Juli) vor Börseneröffnung Zahlen für ihr Ende Juni abgelaufenes drittes Geschäftsquartal vorlegen.

Die befragten Analysten erwarten, dass sich Infineon im Berichtszeitraum im Jahresvergleich in die Gewinnzone aufgeschwungen hat. Sie prognostizieren im Schnitt einen Überschuss von 85,91 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Infineon einen Fehlbetrag von 116 Millionen Euro verzeichnet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) dürfte bei 146,5 Millionen Euro liegen. Im Vorjahr hatten die Münchener hier einen Verlust von 115 Millionen Euro gemeldet.

Auch der Umsatz verbesserte sich Analysten zufolge im dritten Geschäftsquartal. Infineon erlöste laut der Durchschnitts-Schätzung 1,797 Milliarden Euro und damit mehr als ein Jahr zuvor (1,471 Mrd Euro). Infineon profitiere von Memory-Chip-Preisen, die über den Herstellungskosten lägen, sowie einer starken Nachfrage nach ihren Produkten für die mobile Kommunikation, sagte Reinhard Matuschka von der Bayerischen Landesbank. Weltweit sei der gesamte Chipumsatz in den ersten fünf Monaten diesen Jahres um 37 Prozent hochgeschnellt.

Dram-Sparte IM Fokus DER Branchenexperten

Analysten sagten, dass sie bei Vorlage der Quartalsergebnisse das Geschäft der Dram-Sparte unter die Lupe nehmen werden. Sie wollen dabei vor allem auf Aussagen zu künftigen Produktionskosten sowie zur geschätzten Nachfrage achten. Das Nachfrageniveau bleibt vor Beginn des neuen Schuljahres unsicher. Bei Beginn eines jeden Schuljahres steigt normalerweise die Nachfrage von Schülern nach Personal Computern. Der US-Mitbewerber Micron Technology < MU.NYS > < MTE.ETR > hatte gesagt, er sehe nicht, dass die Nachfrage so stark wie erwartet anziehe. Analysten verwiesen darauf, dass die Nachfrage nach Computern in Taiwan hochgeschnellt ist. Dies führe zu einem gemischten Bild.

Karsten Iltgen von der Westlb erwartet von Infineon Aussagen über die Entwicklung des Dram-Preiszyklusses. Er wird auch auf Aussagen zu den geplanten Produktionskosten für Dram-Chips achten. Bayernlb-Experte Matuschka merkte an, dass Infineon die Produktionskosten für Speicherchips im vierten Quartal von derzeit etwa 4,35 US-Dollar je Stück auf unter vier Dollar drücken wolle. Wie der Dramexchange-Website zu entnehmen ist, liegen die Preise auf dem Spot-Markt gegenwärtig zwischen 4,52 und 5,25 Dollar.

Hohe Investitionen

Infineon hat hohe Investitionen getätigt, um mit us-amerikanischen und asiatischen Konkurrenten beim Kappen der Produktionspreise mitzuhalten. Im April hatten die Münchener angekündigt, 1 Milliarde US-Dollar zur Produktionsausweitung in sein Werk in Richmond (US-Bundesstaat Virginia) stecken zu wollen und dort ab dem nächsten Jahr seine Dram-Chips auf kostengünstigeren 300-mm-Wafern (Siliziumscheiben) herzustellen. Im Juni hatte der Chipbauer 230 Millionen Euro in seine portugiesische Speicherchip- und Test-Stätte investiert.

In den vergangenen Wochen waren Gerüchte über die Abspaltung der stark konjunkturabhängigen Speicherchip-Sparte hoch gekocht. Mitte Juni hatte der Halbleiter-Konzern dann gemeldet, sich nach intensiver Prüfung gegen eine Abspaltung seines riskanten Speichergeschäfts entschlossen zu haben. Für Infineon ist der Speicherbereich mit einem Umsatzanteil von zuletzt etwa 40 Prozent das größte Geschäftsfeld. Allerdings war die Dram-Sparte in den vergangenen Jahren für die Milliardenverluste des Konzerns verantwortlich. Daher hatte schon der Ende März abgelöste Infineon-Chef Ulrich Schumacher mit einem Börsengang der Speicher-Sparte geliebäugelt.

Pessimistisch FÜR Defizitären Bereich Mobile Kommunikation

Analysten bleiben unterdessen pessimistisch für den Bereich mobile Kommunikation, der inzwischen einzige Verlustbringer im Infineon-Konzern. Merck Finck erwartet, dass die Sparte ihren Verlust vor Steuern und Zinsen auf 15 Millionen Euro eingedämmt hat gegenüber einem Minus von 99 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahresquartal. Nicolaus Gaudois von der Deutschen Bank sagte, er rechne nicht damit, dass der defizitäre Bereich bald die Gewinnschwelle erreiche.

Im Mai hatte Infineon seine Führungskrise nach dem erzwungenen Weggang von Konzernchef Schumacher im März beigelegt. Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley, der kommissarisch die Geschäfte des Halbleiter-Herstellers führt, hatte mit Cont < CON.ETR > -Vize Wolfgang Ziebart einen anerkannten Techniker als Nachfolger von Schumacher vorgestellt.

^ Analysten-Prognosen für das 3.Geschäftsquartal von Infineon:

Durchschnittsprognose Hoch Tief

Umsatz 1,797 Mrd Euro 1,853 1,74 Ebit 146,5 Mio Euro 115 165 Überschuss 85,91 Mio Euro 64 99,5°

Befragte Banken: Bayerische Landesbank, Deutsche Bank, Landesbank Rheinland-Pfalz, Lehman Brothers, Merck Finck, Westlb.

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