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Ausblick: Lufthansa im zweiten Quartal mit Gewinnplus - Wachsendes Ölproblem

(dpa-AFX) Frankfurt - Trotz anhaltender Probleme bei den Sorgenkindern Thomas Cook und LSG Skychefs hat die Deutsche Lufthansa < LHA.ETR > nach Ansicht von Analysten im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn steigern können. Jedoch rechnen nicht alle Experten mit einem rentablen Geschäftsverlauf, nachdem der zweitwichtigste Bilanzposten Treibstoff in den vergangenen Wochen prinzipiell zu einer immer größeren Belastung wurde.

(dpa-AFX) Frankfurt - Trotz anhaltender Probleme bei den Sorgenkindern Thomas Cook und LSG Skychefs hat die Deutsche Lufthansa < LHA.ETR > nach Ansicht von Analysten im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn steigern können. Jedoch rechnen nicht alle Experten mit einem rentablen Geschäftsverlauf, nachdem der zweitwichtigste Bilanzposten Treibstoff in den vergangenen Wochen prinzipiell zu einer immer größeren Belastung wurde.

Von dpa-AFX befragte Analysten bezifferten den Umsatzanstieg mit zwischen 4,13 und 4,39 Milliarden Euro. Der Mittelwert beträgt 4,29 Milliarden Euro, während es vor einem Jahr noch 3,86 Milliarden Euro waren. Die Lufthansa will am kommenden Donnerstag (12. August) ihre Zahlen vorlegen.

Das operative Ergebnis für das zweite Jahresviertel sehen sie auf 114 bis 264 Millionen Euro steigen. Im Durchschnitt rechnen sie folglich mit fast einer Verdreifachung von 65 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 189 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr sehen sie die Lufthansa operativ zwischen einem Verlust von zwei und einem Gewinn 148 Millionen Euro, nachdem die Gesellschaft vor einem Jahr noch 354 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet hatte.

Prognosen-Anhebung?

Beim Ergebnis prognostizierten sie für das zweite Quartal wiederum zwischen einem Verlust von 32 Millionen Euro und plus 174 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen 34 Millionen Euro Minus gemacht.

Entsprechend uneins ist die Fachwelt bei der Frage nach einer möglichen Anhebung der operativen Jahresprognose von bislang "mindestens 300 Millionen Euro". "Es ist gut vorstellbar, dass die Prognose angehoben wird. Denn seit dem ersten Quartal gibt es fast keine negativen Einflüsse, die dagegen sprechen würden", sagte ein Experte. Auch Nils Machemehl von MM Warburg hält eine Ausweitung für möglich, allein: "Wegen der laufenden Tarifverhandlungen mit den Piloten kann es aber gut sein, dass sie ihren Ausblick beibehalten."

Ölpreis Wird Trotz Absicherung ZUM Problem

Mit Besorgnis blicken die Experten zugleich auf die explodierenden Ölpreise. Da die viel gelobte Absicherung der Gesellschaft an die Preise für kurzfristig verfügbares Öl verknüpft ist, haben die Analysten die anfänglich optimistischen Prognosen im Jahresverlauf revidieren müssen. So beziffert Mike Powell von Drkw allein den Einfluss des jüngsten Anstiegs auf das Vorsteuerergebnis der Lufthansa in diesem Jahr mit 54 Millionen Euro.

Nach übereinstimmender Ansicht der Experten sorgt die kräftige Erholung des Passagiergeschäfts ganz wesentlich für die Ergebniswende. Nachdem die Passage im zweiten Quartal um 22 Prozent zugelegt habe, erwarte er auch eine leichte Erholung der Gewinnspanne, sagte Nils Machemehl von MM Warburg. Gegen eine "herbe Enttäuschung" bei der Bilanzvorlage sprächen die guten Verkehrszahlen der vergangenen Monate, nachdem vor einem Jahr die Lungenseuche Sars die Verkehrsluftfahrt noch schwer belastet habe. Dem Frachtgeschäft der Lufthansa sagte hingegen Uwe Weinreich von der Hypovereinsbank trotz gestiegener Nachfrage eine "leichte" Ergebnisverschlechterung voraus. Hoher Wettbewerbsdruck habe nämlich zu Preissenkungen geführt.

Catering, Cargo UND Cook

"Das Management wird sich am 12. August auf dem Investorentag präsentieren und erzählen, was es Neues in den beiden Problembereichen Thomas Cook und LSG gibt", sagte Christian Götz von der Landesbank Baden-Württemberg. Zusammen mit der Ölpreis-Diskussion würden die beiden Töchter wohl die Hauptaufmerksamkeit auf sich ziehen, vermutet der Experte. Für HVB-Analyst Weinreich verläuft die Entwicklung bei der unrentablen Cateringtochter LSG Skychefs unbefriedigend. Das US-Geschäft entwickle sich schwächer als ursprünglich von ihm erhofft. Nach 33 Millionen Euro Verlust im Vorjahr rechnet er hier trotz der laufenden Sanierungsbemühungen im zweiten Quartal mit 48 Millionen Euro operativem Verlust. Gar auf 131 Millionen kommt Hans Huff von der Bankgesellschaft Berlin. Der Verkauf der Restaurantsparte Chef Solutions werde die Bilanz nach seiner Einschätzung erst im zweiten Halbjahr entlasten.

Bereits am 9. Juni hatte die gemeinsam mit Karstadtquelle < KAR.ETR > gehaltene Touristiksparte Thomas Cook ihre Halbjahresbilanz präsentiert. Demnach hatte Europas zweitgrößter Reisekonzern den Verlust vor Steuern, Zinsen und Firmenwert-Abschreibungen auf (Ebita) um 13,4 Prozent auf 302,6 Millionen Euro gesenkt.

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