Archiv
Ausblick: Ölpreis dürfte ifo-Geschäftsklimaindex im August belasten

Nach dem Anstieg im Juli dürfte sich der ifo-Geschäftsklimaindex nach Einschätzung von Volkswirten im August wieder eintrüben. Verantwortlich für den erwarteten Rückgang des an diesem Donnerstag vom ifo Institut veröffentlichten Konjunkturindikators könnten laut Experten die Rekordpreise beim Rohöl sein. Eine Eintrübung im August wäre der dritte Rückgang des viel beachteten Konjunkturindikators innerhalb der letzten vier Monate.

dpa-afx FRANKFURT. Nach dem Anstieg im Juli dürfte sich der ifo-Geschäftsklimaindex nach Einschätzung von Volkswirten im August wieder eintrüben. Verantwortlich für den erwarteten Rückgang des an diesem Donnerstag vom ifo Institut veröffentlichten Konjunkturindikators könnten laut Experten die Rekordpreise beim Rohöl sein. Eine Eintrübung im August wäre der dritte Rückgang des viel beachteten Konjunkturindikators innerhalb der letzten vier Monate.

Von AFX News befragte Volkswirte erwarten im Durchschnitt am Donnerstag einen Rückgang des wichtigsten Stimmungsindikators für die deutsche Wirtschaft von 95,6 Punkten im Vormonat auf 95,0 Punkte im August. Dabei dürfte sich sowohl die Beurteilung der Lage als auch die Einschätzung der Geschäftserwartungen eingetrübt haben. Im Juli war der Indikator noch von 94,6 Punkten im Vormonat auf 95,6 Punkte gestiegen.

Bereits in der vergangenen Woche hatten sich die ZEW-Konjunkturerwartungen für August eingetrübt. Sie waren überraschend deutlich um 3,1 Punkte auf 45,3 Punkte gefallen. Der ifo-Index ist einer der wichtigsten Frühindikatoren der deutschen Wirtschaft. Das Institut ermittelt den Geschäftsklimaindex einmal monatlich aus einer Umfrage unter 7 000 Unternehmen.

Ölpreis Belastet

Nach der Euphorie der Unternehmen über die geplanten Reformen in Deutschland sorgen der Ölpreis und die zuletzt schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten für etwas Ernüchterung, erklärt die Dekabank. Auch Hsbc Trinkaus & Burkhardt rechnet mit "ersten Spuren" der hohen Ölpreise beim ifo-Geschäftsklima.

Der Anstieg der Erwartungskomponente im Juli war nach Einschätzung der HVB Group keine Trendwende sondern lediglich eine Verschnaufpause. Die jüngste Entwicklung des Indikators signalisiere vielmehr eine Abschwungphase. Für die HVB-Experten dürfte sich im August neben der sich abkühlenden Weltwirtschaft vor allem der gestiegene Ölpreis und die jüngsten Kursverluste an den Aktienmärkten negativ bemerkbar machen.

Zuverlässigkeit IN Frage Gestellt

Die Commerzbank stellt dagegen die grundsätzliche Frage, ob der ifo-Index überhaupt noch als wichtigster Frühindikator Deutschland gelten kann. Sollte der ifo-Index zunehmend von der allgemeinen schlechten Stimmung in Deutschland beeinflusst sein, dann wäre seine Qualität als Frühindikator deutlich in Frage gestellt. Die Industrieproduktion habe in den vergangenen Monaten insgesamt einen klaren Aufwärtstrend verzeichnet. Mit einem Blick in die Bücher sollten die Unternehmen die aktuelle Lage daher positiver beurteilen.

Die Commerzbank befürchtet jedoch, dass die Erwartungen vor allem durch die schlechte Stimmung in den Medien und an den Finanzmärkten beeinflusst würden und weniger von den Aussichten für das eigene Unternehmen. Dann wäre die Qualität des ifo-Index als Frühindikator "deutlich in Frage gestellt".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%