AUSBLICK
Opel-Aufsichtsrat mit Verlust und Personalquerelen konfrontiert

Bei der Adam Opel AG sehen Belegschaft und Management mit Spannung der Aufsichtsratssitzung entgegen. Es soll über das Schicksal des angeschlagenen Automobilherstellers beraten werden.

dpa-afx FRANKFURT. Bei der Adam Opel AG sehen Belegschaft und Management mit Spannung der nächsten Aufsichtsratssitzung entgegen. Am 28. November kommen die Vertreter der Arbeitnehmer und des amerikanischen Alleinaktionärs General Motors zusammen, um über das weitere Schicksal des angeschlagenen Automobilherstellers zu beraten. Zwei zentrale Themen bestimmen die Debatte: Ein erneuter Verlust in dreistelliger Millionen-Höhe und die Personalquerelen im Vorstand.

Während der Hauptkonkurrent Volkswagen über den florierenden Export das schwache Inlandsgeschäft ausgleichen kann, stehen bei Opel die Zeichen immer noch auf Rot. Der vom Wirtschaftsmagazin "Capital" genannte operative Verlust von 450 Mill. DM für 2000 wird in der Rüsselsheimer Zentrale nicht dementiert. "Der Betrag dürfte aber etwas zu hoch sein", hieß es lediglich im Management. Damit würden allerdings zum dritten Mal in Folge Miese von mehreren hundert Mill. DM anfallen. Für 1999 und 1998 mussten schon operative Verluste von 344 und 225 Mill. DM verdaut werden.

Wann geht Vorstandschef Robert Hendry?

Insbesondere Vorstandschef Robert Hendry wird mit dem schlechten Abschneiden in Zusammenhang gebracht. "Wann geht Hendry?", lautet deshalb vor der kommenden Aufsichtsratssitzung intern die Frage. Der als autoritär geltende US-Manager hatte im laufenden Jahr wiederholt die Trendwende versprochen. Doch die Anteile der Marke Opel sackten im Inland noch weiter ab.

Zu den nicht abreißenden Rücktrittsgerüchten erklärte Hendry trotzig: "Ich werde meine Mission bei Opel erfüllen". Im Management wird ironisch ergänzt: "Hoffentlich ist das bald". Mit Kopfschütteln wird der fast komplette Austausch des Spitzenpersonals in der Kommunikationsabteilung gesehen. Kommunikationschef Horst Borghs schied bereits Ende Mai im Streit mit Hendry aus dem Vorstand. Der Ansprechpartner für die Wirtschaftspresse, Bruno Seifert, beginnt am 1. Dezember beim Schweinfurter Wälzlager-Hersteller FAG Kugelfischer.

Den Leiter der Abteilung Presse und Information, Uwe Berlinghoff, sehen Insider schon bei einer Gemeinschaftstochter zwischen Opel und Fiat. Bereits im Oktober 1998 hatte der damalige Aufsichtsratschef Hans Wilhelm Gäb nach heftigen Querelen mit der GM-Spitze in Detroit seinen Hut genommen. "Diese Personalverschiebungen riechen nach Sippenhaft", sagte ein Aufsichtsratsmitglied der dpa.

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