Ausblick optimistisch
Dax verliert 2001 rund 20 Prozent

Den letzten Handelstag des schwachen Börsenjahres 2001 hat der Deutsche Aktienindex (Dax) bei extrem dünnen Umsätzen mit einem Anstieg um knapp ein Prozent beendet, dennoch seit Jahresbeginn rund 20 Prozent nachgegeben.

Reuters FRANKFURT. "2001 war ein turbulentes und mieses Jahr an der Börse mit extrem starken Schwankungen und dem 11. September als traurigen Höhepunkt", sagte Thomas Lang, Chef-Aktienhändler und Vorstand beim Handelshaus Lang & Schwarz. Noch vor Jahresfrist hatte die Mehrzahl der von Reuters befragten Analysten einen Anstieg des Dax im Jahr 2001 bis rund 8 000 Punkte vorausgesagt. Auch die Prognosen für den Neuen Markt verfehlten deutlich die tatsächliche Entwicklung. Falls sich 2002 die Konjunktur wieder belebe, rechnen die meisten Experten mit einem Dax-Anstieg um rund 15 Prozent auf rund 5 750 bis 6 000 Punkte.

Der Dax beendete das Jahr 2001 bei 5 160 Punkten und damit 19,78 Prozent unterhalb des Schlussstandes des Vorjahres. Am Neuen Markt verlor der Auswahlindex Nemax-50 seit Jahresbeginn mehr als 59 Prozent auf 1 145 Zähler. Am besten schlug sich noch der MDax für mittelstark kapitalisierte Unternehmen, der im Verlauf des Jahres lediglich rund 7,5 Prozent nachgab und mit 4326 Punkten aus dem Handel ging.

"2001 hat auch eine Rückbesinnung auf Qualität im Sinne der 'Old Economy' stattgefunden", sagte Aktienexperte Lang zu Reuters. "Dennoch haben sich viele Anleger die Finger verbrannt und gemerkt, dass die Börse keine Einbahnstraße ist." Im nächsten Jahr werde es aber voraussichtlich besser werden. "Die ersten konjunkturellen Aufschwungszeichen sind bereits erkennbar", fügte Lang hinzu. Schlimmer könne es schließlich auch nicht mehr werden.

Nach der nunmehr fast zweijährigen Talfahrt trauen Experten dem wichtigsten deutschen Börsenbarometer im nächsten Jahr wieder eine nachhaltige Erholung zu. Voraussetzung für eine positive Entwicklung sei eine Erholung der Konjunktur und damit eine Verbesserung der Ertragssituation bei den Unternehmen. Dann sei mit einer erfreulichen Marktentwicklung speziell in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. Sollten sich diese Erwartungen nicht erfüllen, sehen die meisten Analysten immerhin noch eine "Seitwärtsbewegung" auf dem derzeitigen Niveau.

Mit den fallenden Aktienkursen gingen auch die Umsätze an den Handelsplätzen zurück. Die Deutsche Börse teilte jüngst mit, dass sich der gesamte Handelsumsatz im Jahr 2001 um schätzungsweise mehr als 25 Prozent auf 4,5 Billionen Euro verringert habe. In den letzten 90 Tagen war die Deutsche Telekom mit durchschnittlich mehr als 18 Millionen Stücken mit Abstand die am meisten gehandelte Aktie im Dax. Zu den liquideren Werten zählten auch Siemens , Daimler-Chrysler , Infineon und die Deutsche Bank , von denen im Schnitt zwischen 6,75 und 4,41 Millionen Stücke täglich gehandelt wurden.

Das Jahr 2001 schlossen lediglich vier der 30 Dax-Titel mit einer positiven Kursentwicklung ab, allen voran der Sportartikelhersteller Adidas-Salomon mit einem Aufschlag von rund 27 Prozent. SAP legten rund 19 Prozent zu. Die Automobilhersteller BMW und Daimler-Chrysler stiegen um mehr als 13 beziehungsweise über sechs Prozent.

Die schwächste Kursentwicklung weist die Aktie der Deutschen Lufthansa mit einem Verlust von rund 45 Prozent aus, was Händler auf die nach den Anschlägen vom 11. September deutlich eingebrochene Nachfrage nach Flugreisen zurückführten. Dementsprechend musste die Lufthansa auch deutlich ihre Schätzungen für den Jahresabschluss nach unten revidieren. Jeweils rund 44 Prozent gaben die Commerzbank und die HypoVereinsbank nach. Die Technologie-Titel Deutsche Telekom, Epcos und Infineon büßten im Jahresverlauf zwischen 40 und 42 Prozent ein.

Am letzten Handelstag des Jahres gewann der Dax noch einmal 0,84 Prozent. Dabei stiegen unter anderen Henkel um 3,07 Prozent und Epcos um 2,78 Prozent. Gefragt waren auch die Deutsche Post, Hypo-Vereinsbank und die Allianz , die um mehr als zwei Prozent zulegten.

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