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Ausblick: Südzucker steigert Ergebnis im 1. Quartal - Neue UnsicherheitDPA-Datum: 2004-07-14 14:53:44

(dpa-AFX) Frankfurt - Europas größter Zuckerproduzent Südzucker < SZU.ETR > hat im ersten Geschäftsquartal (zu Ende Mai) nach Ansicht von Analysten Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert. Besonders die starke Nachfrage nach Produkten aus dem Spezialitätenbereich wie Tiefkühlpizza und Zuckerersatzstoffe hätten das Ergebnis gestützt, meinten Branchenexperten.

(dpa-AFX) Frankfurt - Europas größter Zuckerproduzent Südzucker < SZU.ETR > hat im ersten Geschäftsquartal (zu Ende Mai) nach Ansicht von Analysten Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert. Besonders die starke Nachfrage nach Produkten aus dem Spezialitätenbereich wie Tiefkühlpizza und Zuckerersatzstoffe hätten das Ergebnis gestützt, meinten Branchenexperten.

Das im Mdax < Mdax.ETR > notierte Unternehmen wird an diesem Donnerstag (15. Juli) seine Quartalszahlen vorlegen - einen Tag, nachdem die EU-Kommission in Brüssel ihre grundlegenden Reformpläne für die milliardenschweren Beihilfen auf dem Zuckermarkt vorgelegt hat. Auf die Südzucker-Zahlen im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal hatten die Neuigkeiten aus Brüssel keinen Einfluss. Sieben von der Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Analysten rechnen beim operativen Ergebnis (Ebit) mit einem Anstieg. Die Spanne der Schätzungen reicht von 115,5 Millionen bis 122 Millionen Euro nach 114 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Im Schnitt lagen die Erwartungen bei 119,7 Millionen Euro.

Überschuss Ohne Goodwill-Abschreibungen

Beim Überschuss vor Minderheiten rechnen die Experten im Schnitt mit 75,36 Millionen Euro nach 55,7 Millionen Euro im Vorjahr. Dabei muss nach Aussage eines Analysten beachtet werden, dass in der diesjährigen Bilanz von Südzucker Abschreibungen auf Goodwill wegfallen. Um einen reellen Vergleich zu bekommen, müssten in den Wert des vergangenen Jahres diese Abschreibungen wieder hinein gerechnet werden. Damit ergebe sich ein Vergleichswert aus dem ersten Quartal 2003/2004 von 73,1 Millionen Euro. Das sei die richtigere Vorgehensweise, betonte der Analyst.

Beim Umsatz sehen die Analysten einen Anstieg auf 1,158 Milliarden Euro im Vergleich zu 1,124 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Die Spanne der Schätzungen reicht dabei von 1,150 Milliarden bis 1,173 Milliarden Euro.

Spezialitätenbereich ALS Treiber FÜR Q1

"Der Treiber für das erste Quartal war nach wie vor der Spezialitätenbereich", sagte Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe. Er wies zudem auf eine relativ konstante Kostenstruktur hin. Analyst Burkhard Weiss von der Commerzbank fügt hinzu, es sei durchaus vorstellbar, dass es im Wachstumsbereich "Specialities" irgendwann zu einem Börsengang oder zu einer Ausgliederung (Spin-Off) komme. "Für diesen Bereich alleine wäre sicher eine höhere Bewertung als in der Gruppe zu erzielen, da der Kapitalmarkt dann einen Vergleich mit den höher bewerteten europäischen Lebensmittelherstellern anstellen würde."

Aktienkurs VON EU-Reformplänen Geprägt

Nach den Plänen der EU-Kommission soll in den Jahren 2008/2009 die Zuckerquote von 17,4 auf 14,6 Millionen Tonnen gesenkt werden. Der Zuckermindestpreis soll zwischen 2005 und 2007 um 33 Prozent gedrückt werden. EU-Agrarkommissar Franz Fischler erhofft sich von den Änderungen geringere Preise für die Verbraucher und die verarbeitende Industrie.

Von den EU-Entscheidungen hänge letztlich auch ab, wie rentabel Südzucker langfristig sein könne, sagte Lampe-Analyst Schlienkamp. Nach Meinung von Analyst Weiss wird die Reform hingegen hauptsächlich den regionalen Bauern schaden. "Die Zuckerindustrie, für die die Zuckerrübe der Rohstoff in ihrer Produktion ist, wird sich bei ihrer Mittelbeschaffung auf die eventuellen neuen EU-Änderungen einstellen und versuchen, dort signifikant seine Kosten zu senken. Wir erwarten in diesem Fall, dass Südzucker und andere Zuckerhersteller bisherige Produktionsstandorte zusammenlegen, effizienter machen und/oder die Produktion etwa nach Osteuropa verlagern."

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