Ausblick
US-Arbeitslosenquote dürfte auf 4,3 % steigen

vwd WASHINGTON. Mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote in den USA rechnet die Mehrzahl der Analysten im Vorfeld der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten für den März am Freitag. Den Konsensprognosen zufolge wird ein Anstieg auf 4,3 % erwartet, nachdem im Februar ein Wert von 4,2 % verzeichnet worden war. Im Oktober des Vorjahres hatte die Arbeitslosenquote noch auf einem historischen Tiefstwert von 3,9 % gelegen, sie war jedoch seitdem im Zuge der kräftigen Abkühlung der US-Wirtschaft kontinuierlich gestiegen.

Trotz der Zunahme der Arbeitslosenquote gehen die Experten davon aus, dass im März weiterhin neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen worden sind, wenngleich sich der Beschäftigungsaufbau verlangsamt haben dürfte. Im Durchschnitt wird mit 65 000 (Februar: plus 135 000) neuen Arbeitsplätzen gerechnet, wobei die Spanne der Prognosen zwischen 50 000 (Merrill Lynch) und 100 000 (Deutsche Banc Alex Brown) liegt. Die Analysten verweisen darauf, dass vor allem der anhaltende Stellenabbbau im Verarbeitenden Gewerbe bremsend gewirkt habe.

Fraglich sei zudem, ob der Dienstleistungsbereich hier noch lange kompensierend wirken könne. So hat der NAPM-Index für das nicht-Verarbeitende Gewerbe erstmals auf einen Stellenabbau im tertiären Sektor im März hingedeutet. Als dritter Arbeitsmarktindikator wird am Freitag schließlich die Zuwachsrate für die Stundenlöhne im März veröffentlicht. Hier rechnen die Analysten im Durchschnitt mit einem Lohnanstieg von 0,3 % nach 0,5 % im Vormonat. Nach der zuletzt sehr volatilen Entwicklung der Stundenlöhne sollte sich von dieser Seite her vorerst kein weiterer Inflationsdruck aufbauen, heißt es.

Weiterhin abschwächende Konjunktur

Insgesamt dürften die Arbeitsmarktdaten damit weiterhin auf eine abschwächende US-Konjunktur hindeuten. So hat auch bereits am Mittwoch eine Reihe regionaler Fed-Präsidenten darauf verwiesen, dass sich die US-Wirtschaft nahe dem Nullwachstum befinde. Dennoch wird derzeit noch vermieden, das "R-Wort" von einer Rezession in den Mund zu nehmen, auch wenn zahlreiche Konjunkturindikatoren aus historischer Perspektive auf eine solche Entwicklung weisen. Während an den Märkten weiterhin die Hoffnung auf einen erneuten "Intermeeting"-Zinsschritt der Federal Reserve besteht, scheint die aktuelle Rhetorik der Fed-Notenbanker eher eine Zinssenkung bei der nächsten regulären Fed-Sitzung am 15. Mai nahe zu legen.

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