Ausblick
US-Kreditmärkte zum Jahresende freundlich

Positionsbereinigungen zum Jahresende und die anhaltenden Zinssenkungserwartungen in den USA sind nach Einschätzung von Händlern in dieser Woche die bestimmenden Faktoren an den US-Kreditmärkten.

Reuters NEW YORK. Positionsbereinigungen zum Jahresende und die anhaltenden Zinssenkungserwartungen in den USA sind nach Einschätzung von Händlern in dieser Woche die bestimmenden Faktoren an den US-Kreditmärkten. Vor allem die Staatsanleihen mit kürzeren Laufzeiten könnten davon profitieren, während die Langläufer unter Abgabedruck stehen könnten. "Die Leute müssen ihre Bilanzen glätten, das wird den Markt vor allem bewegen", sagte ein Händler. Der Rentenmarkt werde außerdem den Aktienmarkt im Auge behalten. Die Diskussion über das Ausmaß der Konjunkturabkühlung in den USA, die zu den Kursverlusten an den Aktienmärkten beigetragen hatte, bleibe Händlern zufolge Thema Nummer eins.

Bei dünnen Vorweihnachts-Umsätzen hatte die Aussicht auf baldige Leitzinssenkungen in den USA am Freitag den US-Staatsanleihen erneut zu Kursgewinnen verholfen. Die Rendite der richtungweisenden 30-jährigen Staatsanleihe hatte mit 5,40 % das niedrigste Niveau seit Februar 1999 erreicht, der Longbond nach plus 9/32 Ticks mit 112-16/32 Punkten geschlossen. Die zehnjährige Anleihe war 6/32 Stellen höher aus dem Geschäft gegangen mit 105-18/32 Punkten und einer REndite von 5,01 %. Die Spekulationen über baldige Zinssenkungen hatten sich vor allem nach der jüngsten Erklärung der US-Notenbank Fed verstärkt, die am vergangenen Dienstag den Zielsatz für Tagesgeld unverändert bei 6,50 % gelassen hatte. Nach Ausführungen der Fed überwiegen in der US-Wirtschaft inzwischen die Risiken einer merklichen Abkühlung die Inflationsgefahren, die die Fed seit Mitte 1999 mit sechs Zinserhöhungen bekämpft hatte. Analysten zufolge ist die Notenbank damit direkt von einer straffen zu einer lockeren geldpolitischen Haltung übergegangen und hat den Weg für Zinssenkungen im kommenden Jahr geebnet.

An den Aktienmärkten kamen unterdessen Spekulationen auf, dass die Fed schon zwischen den Jahren die Märkte mit einer Zinssenkung überraschen könnte. Rentenhändler bezweifeln dies allerdings. "Das kommt vor allem von den Aktien-Leuten, nicht von den Renten-Leuten", sagte John Roberts, Leiter des Rentenhandels bei Barclays Capital. "Es müssen schon noch einige große Zahlen kommen, um die Fed zu bewegen, zum Beispiel die Arbeitsmarktdaten Anfang Januar", sagte ein Händler.

Der Markt werde in dieser Woche vor allem das Verbrauchervertrauen im Dezember, das das Forschungsinstitut Conference Board voraussichtlich am Mittwoch veröffentlicht, beachten. Auch der Chicago-Einkaufsmanager-Index, der am Donnerstag bekannt gegeben wird, ist aus Sicht der Händler wichtig. Das Verbrauchervertrauen sei der Hauptmotor für den privaten Verbrauch, sagte Roberts von Barclays. "Wenn die Leute zuversichtlich sind über ihre Jobs und über die Wirtschaft, geben sie gerne Geld aus", fügte er hinzu.

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