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AUSBLICK: Verlangsamung beim Wachstum der US-Arbeitsproduktivität erwartet

dpa-afx WASHINGTON. Nach Ansicht von Volkswirten dürften die US-Konjunkturdaten, die in der laufenden Woche zur Veröffentlichung anstehen, auf eine Verlangsamung des Wachstums bei der Arbeitsproduktivität und bei den Verbraucherkrediten in den Vereinigten Staaten hinweisen. Allerdings werden die Daten ihrer Meinung nach nicht Anlass für eine vorzeitige Tagung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed führen.

Die Fed lege ihr Augenmerk voraussichtlich darauf, wie robust das Wachstum der US-Arbeitsproduktivität im vierten Quartal geblieben sei, erklärten die Experten. Diese Daten sollten zeigen, ob die gute Produktivitätsentwicklung der vergangenen Jahre die gegenwärtige konjunkturelle Schwäche in den USA ausgleichen könne. Die Stellungnahme der Zentralbank zur Zinsentscheidung am 31. Januar habe eine Spur Hoffnung gelassen, dass die US-Produktivität eher strukturell als zyklisch bedingt sei, sagte Analystin Dana Saporta von Stone&McCarthy Research Associates. Solche langfristigen positiven Entwicklungen sollten auch der Wirtschaft langfristig nutzen.

Wie die US-Konjunkturdaten in dieser Woche die Entscheidungen der Fed beeinflussen werden, bleibe abzuwarten, hieß es aus Expertenkreisen. Das Finanzinstitut Griffin, Kubik, Stephens & Thompson (GKST) geht indes davon aus, dass der Offenmarktausschuss der Notenbank auf seiner nächsten planmäßigen Sitzung die kurzfristigen Zinssätze um weitere 25 Basispunkte senken wird. Dass die Märkte eine Leitzinskürzung zu diesem Termin um 50 Basispunkte einpreisen werden, hält GKST für "übermäßig optimistisch".

Die Volkswirte rechnen bei den Zahlen für die ARBEITSPRODUKTIVITÄT außerhalb der Landwirtschaft im vierten Quartal, die für Mittwoch (14.30 Uhr) erwartet werden, mit einer Steigerung um 1,9%. Im dritten Quartal hatte sich die Produktivität auf eine Wachstumsrate von 3,8% nach einer Zunahme um 6,1% im zweiten Quartal verlangsamt. Nach Ansicht der Bank of America fußt der Produktivitätsanstieg auf einem Wachstum im Technologie-Sektor.

Die LOHNSTÜCKKOSTEN dürften den Analysten zufolge im vierten Quartal um 3,4% geklettert sein, nach einem Zuwachs um 2,5% im zweiten Quartal und einer Steigerung um 0,2% im zweiten Quartal. Die Lohnstückkosten sollen ebenfalls am Mittwoch um 14.30 Uhr vorgelegt werden.

Am gleichen Tag folgen um 16.00 Uhr die Dezember-Daten für die VERBRAUCHERKREDITE. Die Prognosen belaufen sich auf eine Zunahme der Konsumentenverschuldung in diesem Monat um 8,30 Mrd.. USD. Im Vormonat war das Kreditvolumen der amerikanischen Verbraucher noch um 12,89 Mrd.. USD gewachsen. Laut einer Studie der Bank of America sollte sich im Dezember die Zunahme bei der Kreditaufnahme parallel zu den gesunkenen Auto-Verkaufszahlen etwas abgeschwächt haben. Allerdings sei zu befürchten, dass die Verbraucher angesichts von höheren Energie-Rechnungen ihre Kreditkarten-Schulden nur zögerlich abgebaut hätten.

Am Donnerstag stehen um 14.30 Uhr die WÖCHENTLICHEN ERSTANTRÄGE AUF ARBEITSLOSENUNTERSTÜTZUNG an. Analysten prognostizieren für die Woche bis zum 3. Februar einen Anstieg dieser Zahl um 2.000 auf 348.000 Anträge. In der vorhergehenden Woche nahmen die Erstanträge um 32.000 auf 346.000 zu. Während diese Zahl grundsätzlich sehr volatiler Natur sei, spiegele sie in ihrem Verlauf insgesamt eine wirtschaftliche Schwäche wider, erklärte die Bank of Amerika. Die Daten wiesen jedoch nicht auf eine Rezession in den Vereinigten Staaten hin.

Die große Zahl von Entlassungsankündigungen zeige, dass es schwerwiegende Probleme in der US-Wirtschaft gebe, sagte der Chefökonom von GKFT, Brian Wesbury. Jeder sollte sich selbst fragen, warum zur Zeit zahlreiche Unternehmen so viele Arbeitnehmer entließen, wenn die Konjunkturabkühlung als nur vorübergehend bezeichnet wird, fügte er hinzu.

Der Bank of Amerika zufolge tragen allein die Werksschließungen in der US-amerikanischen Automobilindustrie über die Hälfte zu den Entlassungen von Fabrikarbeitern im Januar bei. Daimler-Chrysler >, General Motors und Ford haben in den vergangenen Wochen die Reduzierung ihrer Belegschaften angekündigt.

Am Donnerstag werden zudem die Daten zu den LAGERBESTÄNDEN IM US-GROSSHANDEL für Dezember veröffentlicht. Volkswirte rechnen mit einem Zuwachs der Lagerbeständen im Berichtsmonat um 0,4%. Ebenfalls um 0,4% hatte die Lagerhaltung im amerikanischen Großhandel im November 2000 zugelegt.

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