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AUSBLICK: Volkswirte erwarten US-Zinswende - Politik der TrippelschritteDPA-Datum: 2004-06-30 06:05:05

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die US-Notenbank wird nach Einschätzung von Volkswirten an diesem Mittwoch (30. Juni) die Leitzinswende vollziehen. Das robuste Wachstum und der aufkeimende Inflationsdruck zwängen die Notenbank zum Handeln und damit zu einem Ende der Phase rekordniedriger Leitzinsen, heißt es einhellig bei den von AFX News befragten Volkswirten. "Eine erste Zinserhöhung ist überfällig", hebt die Commerzbank hervor.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die US-Notenbank wird nach Einschätzung von Volkswirten an diesem Mittwoch (30. Juni) die Leitzinswende vollziehen. Das robuste Wachstum und der aufkeimende Inflationsdruck zwängen die Notenbank zum Handeln und damit zu einem Ende der Phase rekordniedriger Leitzinsen, heißt es einhellig bei den von AFX News befragten Volkswirten. "Eine erste Zinserhöhung ist überfällig", hebt die Commerzbank hervor.

Die von AFX befragten Experten rechnen nach der zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) überwiegend mit einer Leitzinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent. Entscheidend seien Hinweise über das künftige Tempo der Leitzinserhöhungen. Der Commerzbank erwartet bis zum Jahresende eine Verdopplung des Leitzinses auf 2,00 Prozent. Das Tempo hänge in erster Linie von der Entwicklung der Kernteuerung ab. Das Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt erwartet bis zum Jahresende einen Leitzins von 1,75 Prozent.

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Die US-Notenbank hatte nach dem Platzen des Internetbooms im Jahr 2000 und im Gefolge der Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001 den Leitzins auf den niedrigsten Stand seit 46 Jahren gesenkt. In jüngster Zeit hatten die Währungshüter die Finanzmärkte kontinuierlich auf eine "maßvolle" Anhebung der Leitzinsen eingestimmt.

Nach Einschätzung der Commerzbank ist die Zeit mit der Belebung am Arbeitsmarkt und der merklichen Verstärkung des Preisauftriebs "eindeutig reif" für den Beginn des Straffungszyklus. Die Währungshüter müssten nun allerdings einen schmalen Grat wandern zwischen einer zu langsamen Straffung und einem Abwürgen der Konjunktur. Für eine nennenswerte konjunkturelle Bremswirkung sei ein Zinsniveau von über 5 Prozent erforderlich.

DEKABANK: FED WIRD WEITER MASSVOLL VORGEHEN

"Die Fed wird die expansivste Ausrichtung der Geldpolitik in der Geschichte der USA beenden", erwartet auch Volkswirt Guido Zimmermann von der DekaBank. Die Notenbank werde dabei wie angekündigt "maßvoll" vorgehen. So sei bei jedem Zinsentscheid in den kommenden Monaten eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte zu erwarten. Im Dezember 2005 dürfte der Leitzins dann bei 4,25 Prozent liegen und damit deutlich über dem derzeitigen Krisen-Niveau.

Der DekaBank zufolge könnte es am Mittwoch bei der Begründung der Leitzinsentscheidung keine getrennte Risikoeinschätzung für Inflation und Konjunktur mehr geben. Sollte dies der Fall sein, dürften die Risiken als ausgeglichen bezeichnet werden. Die Fed werde das Wort "maßvoll" beibehalten, solange keine Inflationsrisiken immanent werden. Die Währungshüter wollten mit ihrer komplexen Kommunikationsstrategie Turbulenzen an den Rentenmärkten vermeiden. Zimmermann zeigte sich zuversichtlich, dass die Fed mit ihrer Politik der kleinen Zinsschritte der inflationären Entwicklung nicht hinterherhinke. Die Rentenmärkte hätten mit einem erheblichen Anstieg der langfristigen Zinsen schon einen großen Teil der Arbeit der Fed übernommen.

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