Ausblick
WestLB: „2005 wird das Jahr der Bewährung“

Der WestLB-Chef sieht den Sparkassensektor durch den Wegfall der Staatshaftung im nächsten Jahr vor großen Herausforderungen.

HB DÜSSELDORF. Die WestLB und die anderen deutschen Landesbanken haben 2004 Beachtliches vollbracht. Mit einer entschlossenen strategischen Kehrtwende haben sie all diejenigen Lügen gestraft, die den Spitzeninstituten des öffentlichen Bankensektors angesichts wegfallender staatlicher Garantien anhaltende Schreckstarre, Auflösungserscheinungen oder Selbstzerfleischung prophezeit haben. Nichts davon ist gekommen und geblieben. Das neue Vertrauen von Kunden und Partnern macht 2005 für die WestLB und ihre Partner vielmehr zum Jahr der Chancen.

Für Selbstzufriedenheit oder Larmoyanz gibt es indes mit Blick auf 2005 keinerlei Rechtfertigung. Der Vertrauensvorschuss der Eigentümer, Kunden und Sparkassen ist zwar groß, aber eben zu guten Teilen nur ein auf Bewährung gewährter Vorschuss, der erst verdient werden muss. Und dies gleich in mehrfachem Sinne. Hinter den recht guten Schattenratings vom vergangenen Sommer steht die Erwartung der Agenturen, dass die Landesbanken auch nach dem Wegfall von Gewährträgerhaftung und Anstaltslast im Juli 2005 Kosten- und Risikodisziplin wahren, eine angemessene Kapitalausstattung aufweisen und mit Hilfe neuer Geschäftsmodelle zusätzliche Erträge erwirtschaften werden.

Die zumindest im Falle der WestLB über Erwarten große Bereitschaft der Sparkassen und der mittelständischen Unternehmen, gemeinsam mit der Bank neue Märkte und neue Chancen anzugehen, muss mit gelebter Kundennähe, innovativen, erstklassigen Produkten und verlässlicher Partnerschaft bestätigt werden. Ein Beharren auf Kleinstaaterei im Lager der Landesbanken würde schließlich berechtigte Zweifel an der Reformfähigkeit und dem nachhaltigen Effizienzstreben unseres Sektors begründen.

Innovation mit konservativen Wertvorstellungen verbinden

Die WestLB beginnt 2005 bilanziell stabilisiert, strategisch neu ausgerichtet, personell an zentralen Stellen des Konzerns erneuert und mit Aktionären ausgestattet, die sich einig sind über Ziele und Potenzial der Bank. Wir werden in den kommenden zwölf Monaten wesentliche Voraussetzungen dafür schaffen, dass WestLB und Sparkassen mittelfristig in enger Allianz unternehmerisch denkender Partner zur führenden deutschen Verbund-Universalbank werden können. In diesem Verbund agiert die WestLB als europäische, immer rentabler werdende Geschäftsbank, die befreit vom Ballast struktur- und förderpolitischer Vorgaben und Kapital bindender Investments außerhalb des Bankgeschäfts kundenorientiert und innovativ agiert.

Der laufende Budgetierungsprozess mit den einzelnen Sparkassen gibt erste Belege dafür, dass die hohen Ambitionen der Partner, eine führende Rolle in Deutschland zum Nutzen der Kunden wie auch der Eigentümer spielen zu können, nicht unrealistisch sind. Produktexpertise, Kenntnisse internationaler Märkte und Innovationskraft der WestLB werden von den Sparkassen gesucht. Gleichzeitig sind die Signale unserer gemeinsamen Kunden eindeutig: Wir suchen eine Universalbank, die leistungsstark, aber eben auch verlässlich ist, selbst unternehmerisch denkt und deshalb den Unternehmer vor Ort versteht, die strategisch plant und deshalb Kunden nicht als Manövriermasse ansieht.

Ich bin davon überzeugt: Diejenige Bankengruppe wird sich 2005 und längerfristig durchsetzen, die es am besten versteht, Innovation und Leistungsorientierung auf der einen und im guten Sinne konservative Wertvorstellungen im Kundenangang auf der anderen Seite zu verbinden. Die neue WestLB hat sich diesem Ansatz verpflichtet.

Das "Fenster zur Welt" hat Aufsichtsratschef Rolf Gerlach die WestLB genannt. Dem Anspruch will die WestLB in dreifacher Weise genügen. Den Sparkassen und ihren Kunden eröffnet die Bank die Investmentchancen internationaler Kapitalmärkte. Dem Mittelstand stellt sie auf dem Weg zu globalen Produktions- und Vertriebschancen die notwendige Finanzierungs- und Marktexpertise zur Verfügung. Internationale Produktanbieter finden im Verbund von Sparkassen und WestLB ein in Deutschland sonst nicht erreichbares Vertriebsnetz mit 11,5 Millionen Kunden.

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