Ausbruch in den Niederlanden
Tierseuche noch 50 km von Deutschland entfernt

Die Niederlande haben den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in nur 50 Kilometer Entfernung von Deutschland bestätigt.

dpa BERLIN. Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) auch in den Niederlanden wird die Gefahr eines Übergreifens auf Deutschland immer größer. "Die Gefahr kommt geographisch näher", sagte Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) am Mittwoch in Berlin. Allein Nordrhein-Westfalen habe in den vergangenen Wochen 1 200 Schweinelieferungen aus dem holländischen Gelderland bekommen, sagte Landwirtschafts-Staatssekretär Alexander Müller (Grüne). Bauernverbände und Tierärzte forderten eine umgehende Impfaktion.

Zollbehörden und Bundesgrenzschutz wurden nach Angaben Müllers angewiesen, den Grenzverkehr verschärft zu überwachen. Das Innenministerium habe einen entsprechenden Erlass herausgegeben. Die Reserven an Impfdosen gegen die hochansteckende, aber für den Menschen ungefährliche Tierkrankheit seien um 500 000 Stück aufgestockt worden. In Holland sei bereits mit Notimpfungen begonnen worden, um die Weiterverbreitung von MKS zu verhindern. Die Tiere würden aber nach der Impfung sofort geschlachtet, sagte Müller.

Heftige Debatte um Notimpfungen

Im EU-Agrarrat habe es eine heftige Debatte um Notimpfungen gegeben, sagte Müller. Für Deutschland kämen im Falle des Ausbruchs der Seuche Impfungen nur in Frage, wenn die Tötung der infizierten oder verdächtigen Tiere als nicht mehr ausreichend angesehen werde, um die Seuche in den Griff zu bekommen.

Die nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) sprach sich für flächendeckende Impfungen auf dem Kontinent aus. Eine Impfaktion in Großbritannien reiche nicht mehr aus, sagte sie in Düsseldorf. Der Bundesverband der verbeamteten Tierärzte rief dazu, Impfungen schon vor einem Ausbruch der Seuche in Deutschland vorzubereiten. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, forderte eine Änderung der bisherigen EU-Politik.

Viele Tiertransporte aus Holland

Seit dem 13. März dürfen zwar keine Klauentiere - das sind Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine - und kein Fleisch mehr aus den Niederlanden in andere EU-Staaten geliefert werden. Aber die Schweine-Lieferungen nach Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben von Müller zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt. Per Computer werde verfolgt, welche Transporte in den vergangenen Wochen aus Holland gekommen sind. Auch nach Niedersachsen habe es viele Transporte gegeben. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz prüfen derzeit, welche Betriebe Schweine aus Seuchengebieten in Holland erhielten.

Nach Angaben Müllers wurde die Maul- und Klauenseuche in einem Ziegenbestand im holländischen Oene bestätigt. Ein weiterer Bestand mit 60 Rindern und 20 Schafen in Olst, das nur drei bis vier Kilometer von Oene entfernt liege, sei ebenfalls als MKS-Fall eingestuft worden. "Das heißt, wir haben es in Holland mit zwei Fällen zu tun", sagte Müller.

Der Betrieb in Oene habe darüber hinaus am 12. und 13. März sieben Lämmer an einen dritten in Betrieb in Oosterwolde geliefert, der Kühe und Ziegen halte. Außerdem seien von Oene Tiere an einen Schlachthof in Maaren-Kessel geliefert worden, auf dem Mitte März Schafe aus Frankreich geschlachtet worden seien. Diese Schafe seien positiv auf MKS getestet worden. Nach dem Ausbruch der Seuche in Großbritannien hatte sie zunächst auf Frankreich übergegriffen. Auf dem Kontinent hatten die Länder mit verschärften Schutzmaßnahmen reagiert.

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