Ausfälle im "niedrigen einstelligen Millionenbereich" möglich
Freenet: Mobilcom-Insolvenz keine Gefahr

Die Freenet.de AG, Hamburg, sieht in einer möglichen Insolvenz der Mehrheitsaktionärin Mobilcom AG, Büdelsdorf, nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Eckhard Spoerr keine Gefahr für ihr Geschäft.

vwd HAMBURG. Freenet.de gehe davon aus, dass das Festnetzgeschäft von Mobilcom im Falle einer Insolvenz operativ fortgeführt werde, sagte Spoerr. Derzeit ruhten die Verhandlungen mit dem MobilCom-Vorstand über die Übernahme der Festnetzsparte durch freenet.de auf Grund der unklaren Lage bei dem Büdelsdorfer Telekommunikationsanbieter.

Freenet wird keine verpfändeten Anteile übernehmen

Die geplante Übernahme der bereits seit Februar von freenet.de operativ betriebenen Mobilcom-Festnetzsparte durch den Internet Service Provider sei weiter von einer Einigung der Beteiligten bei Mobilcom abhängig. Freenet.de werde keine von den Banken verpfändeten Anteile übernehmen, sagte Spoerr. Er erwartet, dass in den kommenden Tagen mit einer Einigung bei Mobilcom die Rahmenbedingungen für weitere Verhandlungen geschaffen werden.

Sollte Mobilcom Insolvenz anmelden, werde freenet.de unmittelbar mit dem Insolvenzverwalter in Kontakt treten, um über die Übernahme zu verhandeln. Spoerr rechnet in diesem Fall "innerhalb weniger Monate" mit einer Entscheidung. Alles andere als eine Fortführung des Festnetzgeschäftes durch den Insolvenzverwalter wäre "unlogisch", sagte Spoerr weiter. Freenet.de erwarte bei einer Mobilcom-Insolvenz Forderungsausfälle im "niedrigen einstelligen Millionenbereich", wenn die Festnetzsparte operativ weiter geführt werde.

Der unterschriebene Vorvertrag über die Übernahme ist Spoerr zufolge für den Mobilcom-Vorstand nach wie vor verbindlich. Sollte eine Einigung über die Übernahme des Festnetzgeschäftes "zu lange" dauern, mache diese wirtschaftlich jedoch keinen Sinn mehr. Einen konkreten Zeitrahmen nannte Spoerr nicht. Bei einer Übernahme will das Unternehmen nach eigenen Angaben 25 Mio Euro in das Festnetzgeschäft investieren, um den Bereich in die Profitibilität zu führen.

Freenet hat "viele Alternativen"

Der Vorvertrag müsse allerdings angesichts der aktuellen Entwicklung bei Mobilcom noch einmal nachverhandelt werden. Dem Vertrag zufolge hat sich Mobilcom beispielsweise verpflichtet, für ihren UMTS-Bereich Leistungen vom Festnetz abzunehmen. "Wir sind in einer hervorragenden Verhandlungsposition", sagte Spoerr. Mobilcom sei vertraglich bis 2009 gebunden, Telekommunikations-Leistungen an freenet.de zu liefern. Sollte das Mobilcom-Festnetz als Lieferant ausfallen, habe freenet.de "viele Alternativen".

Spoerr hält den Einstieg von neuen Mehrheitsgesellschaftern innerhalb von zwölf bis 18 Monaten für möglich. Gespräche über mögliche Kandidaten würden allerdings noch nicht geführt. Freenet.de stehe dabei sowohl finanziellen als als auch strategischen Investoren offen. "Wir sind total unabhängig", sagte Spoerr. freenet.de habe bereits in den vergangenen Jahren keine Unterstützung von der Muttergesellschaft Mobilcom erhalten.

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