Ausgaben bundesweit gesunken
Kompromiss im Streit um Arzneimittelbudget in Sicht

Wenn Ärzte ihr Budget überschreiten, soll in Zukunft individuelle Verantwortung vor Kollektivhaftung gehen. Die Krankenkassen lenkten ein, weil sich die Ausgaben im vergangenen Jahr günstig entwickelt haben.

ap BERLIN. Im Streit um das Arzneimittelbudget zeichnet sich möglicherweise ein Kompromiss ab. Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" wollen die Krankenkassen den Ärzten in dieser Frage entgegenkommen. Demnach sollen Kassenärzte, anders als im Gesetz vorgesehen, nicht mit dem eigenen Honorar haften, wenn 1999 in ihrer Region das Arzneimittelbudget überschritten wurde. Vielmehr sollen diejenigen Mediziner, bei denen die Ausgaben für verordnete Medikamente deutlich über dem Durchschnitt lägen, konsequenter als bisher individuell zur Verantwortung gezogen werden.

Dies sei das Verhandlungsziel, das sich Kassen und Ärzte unter wohlwollender Duldung des Gesundheitsministeriums für die kommenden Wochen gesetzt hätten. Ausschlaggebend für die Kurskorrektur seien die politischen und praktischen Probleme bei der Umsetzung einer Kollektivhaftung. Zudem hätten sich die Arzneimittelausgaben 1999 günstiger als erwartet entwickelt.

Nach den vorläufigen Kassendaten seien in acht der 23 bundesweiten kassenärztlichen Vereinigungen (KV) die ausgehandelten Arzneimittelbudgets um insgesamt 410 Mill. DM überschritten worden. In den übrigen 15 Regionen lägen die Ausgaben jedoch um insgesamt rund 900 Mill. DM unter der Grenze. Damit sei das Arznei- und Heilmittelbudget 1999 auf das gesamte Bundesgebiet gerechnet um knapp 500 Mill. DM unterschritten worden.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%