Ausgabepreis überboten
Erfolgreiches Börsen-Debüt der Solar-Fabrik AG

Die Aktien der Freiburger Solar-Fabrik haben erfolgreich am Geregelten Markt debütiert. Zeitweise kletterten die Papiere auf dem Frankfurter Parkett bis auf 8,15 Euro.

Reuters/jk FRANKFURT. Und damit knapp 2 % über den Ausgabepreis von 8 ?. Am späten Nachmittag lagen die Titel bei rund 46 000 gehandelten Stücken noch bei 8,10 ?. Der Hersteller von Solarstrommodulen hatte ohne Mehrzuteilungsoptionen 1,5 Mill. Aktien zu 8 ? am unteren Ende der Bookbuildingspanne platziert.

Dank des Gesetzes zu erneuerbaren Energien wächst die Öko-Strom-Branche überdurchschnittlich. Die Solar-Fabrik AG strebt daher im Sommer an die Börse. Das Freiburger Unternehmen braucht Kapital für seinen Expansionskurs.

Denn im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen stand die Solar-Fabrik 2001 nicht im Schatten der Rezession, sondern schaffte mit einem Umsatzplus von 45 % den Sprung in die schwarzen Zahlen.

Grund für diese enorme Entwicklung: das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dieses Regelwerk zum Ausbau der Ökoenergien hatte im April 2000 das bis dahin geltende Stromeinspeisungsgesetz aus dem Jahr 1991 abgelöst. Seitdem wird vor allem der Solarstrom deutlich besser vergütet. Für jede Kilowattstunde aus Sonnenenergie müssen die Netzbetreiber den Solarenergieproduzenten mindestens 50 Cent bezahlen. Außerdem sind sie gesetzlich verpflichtet, den Strom abzunehmen.

Für die Netzbetreiber ein Minusgeschäft. Denn die Preise, die man vom Endverbraucher pro Kilowattstunde kassieren kann, liegen deutlich darunter. Der Billiganbieter Yellostrom beispielsweise verlangt von seinen Kunden gerade mal 13,20 Cent für die Kilowattstunde.

Was Michaele Hustedt, energiepolitische Sprecherin der Grünen, als ihr "Gesellenstück" bezeichnete, beschert den Herstellern von Solaranlagen jedenfalls Rekordgewinne. Der bereits börsennotierte Hersteller SolarWorld steigerte seinen Umsatz im Jahr 2001 um 60 % auf 82,1 Mill. ?. Im laufenden Jahr will SolarWorld um mehr als 25 % wachsen.

Georg Salvamoser, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Solar-Fabrik AG nimmt an, dass "die weltweite Nachfrage nach Solarmodulen auch in den nächsten Jahren weiter stark ansteigen wird". Mit dem Erlös aus dem Börsengang will die Solar-Fabrik AG vor allem über den Ausbau der Fertigungskapazitäten ihre Marktposition weiter ausbauen. Darüber hinaus will das Freiburger Unternehmen seine Internationalisierung beschleunigen und neue Systemlösungen wie mobile Solar-Stationen oder solare Trinkwassergewinnungsanlagen vermarkten.

Zu Details des Börsengangs, wie den Beginn der Zeichnungsfrist, wollte sich am Donnerstag weder der Konsortialführer Consors Capital Bank, noch die Solar-Fabrik äußern. Man sei noch in der Vorbereitung, erklärte eine Sprecherin der Solar-Fabrik. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest.

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