Ausgeprägt schwache Technologieaktien und Bankenwerte
Rückläufige Werte beim Dax

Ausgeprägt schwache Technologiewerte und Abstufungen für Bankaktien haben am Donnerstag für eine rückläufige Börse gesorgt.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der Aktienindex Dax sank in Frankfurt zuletzt um 1,38 % auf 6 529 Punkte ab. Der MDax aus 70 mittelgroßen Dax-Aktien rettete sich am Mittag ins Plus und stand bei 4 759 Punkten um 0,07 % fester. Am Neuen Markt ging es dagegen um 4,35 % abwärts auf 3 283 Zähler.

Am Tag vor dem so genannten "dreifachen Hexensabbat" seien die Kurse zudem bereits stark von verfallenden Terminkontrakten geprägt, sagte ein Händler der Landesbank Baden-Württemberg in Stuttgart. "Die Marktteilnehmer scheinen ein Niveau von etwa 6 500 Dax-Punkten anzupeilen", fügte er hinzu.

Infineon ist Schlusslicht der Dax-Werte

Ganz an das Dax-Ende setzte sich am Vormittag die Aktie von Infineon Technologies. Siemens-Chef Heinrich von Pierer hatte zuvor in München bestätigt, sein Konzern werde sich vollständig vom kürzlich an die Börse gebrachten Halbleiterunternehmen trennen wird. Damit werden Infineon-Aktien künftig in großem Stil am Markt platziert: "Letztlich war mir das klar", verriet Aktienstratege Robert Halver von Delbrück Asset Mangement in Frankfurt, "aber Pierer hat auch klargemacht, dass er Infineon behutsam und in kleineren Schritten abspalten wird". Gleichzeitig wurde der Wert von der Investmentbank Lehman Brothers herabgestuft.

Infineon-Aktien verloren bei fallender Tendenz im Dax zuletzt 7,70 % auf 46,75 Euro. Siemens-Aktien gaben um 3,12 % auf 138,45 Euro nach. Als einzige Aktien nennenswert im Plus notierten am frühen Nachmittag Werte wie ThyssenKrupp, Spezialchemiewert DegussaHuels oder die Aktie des Touristikkonzerns Preussag: "Das ist typisch für diese Aktien. Gerade wenn die New Economy geprügelt wird, stürzen sich Anleger auf alte Substanzwerte", hieß es aus dem Frankfurter Handelsraum der Commerzbank. Thyssen-Krupp gewannen als Dax-Mittagsgewinner 3,76 % auf 17,10 Euro. Degussa-Huels und Preussag stiegen jeweils um mehr als zwei Prozent an.

Bankaktien ebenfalls ausgeprägt schwach

Bankaktien im Dax waren hingegen ausgeprägt schwach. Die Investmentbanker von Goldman Sachs hatten zuvor ausgewählte europäische Finanztitel wie Société Generale, ABN Amro oder Deutsche Bank herabgestuft und den damit den Ausverkauf der Bankwerte im Dax eingeleitet. Zusätzlich gaben die US-Institute JP Morgan und Chase Manhattan vorbörslich Gewinnwarnungen heraus, die den Sektor auch in Europa belasteten. Deutsche Bank gaben 3,89 % auf 87,75 Euro nach. Konkurrent Dresdner Bank verlor 2,03 % auf 46,28 Euro.

Als einzige Bank stemmte sich die Hypovereinsbank gegen den Trend im Dax. Die Bank fusionierte im Sommer mit der Bank Austria und wird daher ab Montag im Dax mit 3,20 % statt wie derzeit mit 2,45 % gewichtet, entschied die Deutsche Börse.

Verluste an allen europäischen Börsen

Europas wichtige Börsenplätze verzeichneten allesamt Verluste. Der EuroStoxx50 sank in Paris auf 4 817 Punkte und damit um 1,51 %. Der Euro war am Frankfurter Devisenmarkt 0,8845 $ wert. Der $ wurde bei 2,2128 gehandelt.

Der Rentenmarkt reagierte mit leichten Zugewinnen auf die Verluste bei den Aktien. Der Bund Future stieg um 0,2 % auf 109,11 Punkte. Der REX stieg um 0,1 % auf 111,99 Punkte. Die Deutsche Bundesbank stellte die Umlaufrendite bei 4,92 (Mittwoch 4,98 %) fest.

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