Ausgeprägter Abwärtstrend in den vergangenen Tagen
Die Bären legen ihre Pranken an den Dow-Jones-Index

Ein Tag spannender als der andere: Noch ist der wichtigste Index der Welt, der Dow Jones, nicht in den Klauen der Bären. Viel fehlt jedoch nicht mehr.

DÜSSELDORF. Ein Tag spannender als der andere: Noch ist der wichtigste Index der Welt, der Dow Jones, nicht in den Klauen der Bären. Viel fehlt jedoch nicht mehr. Den jüngsten Schwung nach unten löste am Dienstag die US-Notenbank aus. Zunächst wusste Wall Street nicht, wie man auf die Zinssenkung reagieren sollte. Am Ende war es eindeutig: Besonders schön ist dies am Dow-Tageschart zu erkennen: So schöne Zacken auf dem Weg nach unten bilden die Märkte selten aus.

Bewegung nach unten wie im Lehrbuch

Diese lehrbuchmäßige Entwicklung sollte gleichzeitig skeptisch machen. Zwar stoppte der Markt wieder an einer wichtigen Unterstützung. Doch dies dürften die letzten Ausläufer der Seitwärtsbewegung sein, innerhalb dessen der Dow in den letzten zwei Jahren zwischen 10 000 und 12 000 Punkten pendelte. Die allerletzten: Denn - wie der unten abgebildete Chart zeigt - handelt es sich um zwei Tiefpunkte innerhalb eines Tages. Auf Basis der Schlusskurse ist der Index schon auf Tauchstation gegangen.

Doch auch wenn man die Extremwerte innerhalb eines Tages in die Betrachtung einbezieht, kann nur wenig Hoffnung aufkeimen. Schon rein optisch ist gut sichtbar, dass sich die Abwärtsbewegung wie ein Keil in die Unterstützungslinie bohrt. Die kurzfristige Abwärtsbewegung entfaltet eine große Dynamik und verläuft wie im Schulbuch. Kurze Erholungen werden von neuen Tiefpunkten abgelöst. Die Dow-Bewegung im März von rund 10 800 Punkten auf nun gut 9 700 erinnert an ein fallendes Messer. Und in solche soll man ja nach einer alten Regel an der Börse nie (!) greifen.

Kurzfristig sieht es also alles andere als gut aus. Und mittelfristig? Da bleibt festzuhalten, dass der Dow-Aufwärtstrend seit Ende 1994 ja schon längst im Rahmen der Seitwärtsbewegung gebrochen worden ist.

Richtig heftig könnte bald der Kampf um den langfristigen Aufwärtstrend seit 1982 werden. Diese Linie verläuft derzeit bei gut 8 000 Punkten. Wenn der Dow darunter fiele, hätten die endgültig Bären gewonnen. Dann läge das wichtigste Marktbarometer für Aktien um rund 30 % unter seinen Höchstkursen aus dem Januar 2000.

Der Bärenmarkt kommt in Sichtweite

Mancher sieht den Bärenmarkt sicherlich auch schon eingeläutet, wenn der Dow in Kürze deutlich unter 9 500 Punkte fallen sollte. Dann läge er rund 20 % unter den Höchstkursen aus dem Jahr 2000. Diese Beurteilung wäre sicherlich dann angemessen, wenn der Index dieses Kursniveau schon in wenigen Tagen erreichen sollte. Für Anleger gilt also: Aufpassen.

Interessante Tage stehen an, an denen auch die eigenen Investmententscheidungen überdacht werden sollten. Denn auch bei Dow-Werten gilt im Zweifel die Regel: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Wohin das letztere führt, hat plastisch die Baisse bei den Wachstumswerten vor Augen geführt. Auf Dauer gewinnt an der Börse - auch dies ist eine alte Erfahrung - nur derjenige, der auch seine Verlustpositionen gut managt. Das heißt: Rechtzeitig aussteigen.

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