Ausländer verlassen die Stadt
Israel umstellt Ramallah

Die israelische Armee bereitet nach den Worten der palästinensischen Delegation beim Arabergipfel in Beirut einen Großangriff auf Ramallah vor.

dpa BEIRUT/ TEL AVIV. "Abu Ammar (Palästinenserpräsident Jassir Arafat) hat mir heute morgen am Telefon gesagt, dass die Israelis 150 Panzer nach Ramallah gebracht haben und die Ausländer aufgefordert haben, die Stadt zu verlassen", sagte der Leiter der Delegation, Faruk Kaddoumi, am Donnerstag bei der Abschlusssitzung.

Auf Anordnung des israelischen Verteidigungsministeriums hätten bereits alle Amerikaner Ramallah verlassen. Arafat habe seine arabischen Brüdern in Beirut dringend aufgefordert, "eine einstimmige arabische Position" zu finden.

Unterdessen ist die Zahl der Toten des palästinensischen Selbstmordanschlags vom Mittwochabend in der israelischen Stadt Netanja auf 21 gestiegen. Ein schwerstverletztes Opfer des Attentats starb nach Angaben des israelischen Rundfunks in der Nacht. Am Donnerstagmorgen lagen noch 80 Opfer in Kliniken, darunter 22 Schwerstverletzte. Nach Medienberichten ist unter den Toten auch ein Tourist aus Schweden.

Der 25-jährige Attentäter hatte sich am Vorabend des traditionellen jüdischen Passah-Festes am Eingang zum Speisesaal des Park-Hotels von Netanja in die Luft gesprengt. Im Saal hatten sich etwa 250 Gäste zum Abendessen versammelt. ZU dem Attentat bekannte sich der militärische Arm der radikal-islamischen Hamas-Organisation.

Ein Hamas-Sprecher hat am Donnerstag in der libanesischen Hauptstadt Beirut eine Fortsetzung der Selbstmordanschläge angekündigt. Die Anschläge würden weitergehen, so lange Israel "unschuldige palästinensische Kinder, Frauen und Alte" töte, sagte Ousama Hamdan. "Wir kämpfen gegen Besatzungstruppen und wir wissen, dass unsere einzige Chance auf Rückkehr in die besetzten Gebiete im Kampf besteht, weil dies die einzige Sprache ist, die unser Feind (Israel) versteht."

Inzwischen mehren sich in Israel die Rufe nach militärischer Vergeltung für den Terroranschlag. Der rechtsgerichtete Kabinettminister Dani Naveh (Likud) sagte am Donnerstag, eine umfassende Militäroperation in den Palästinensergebieten sei nötig, um dem Terror zu begegnen.

Polizeiminister Usi Landau hatte nach dem Selbstmordanschlag im Park-Hotel von Netanja bereits die "Zerstörung der Palästinensischen Autonomiebehörde" gefordert. Der Rundfunk zitierte einen ranghohen Vertreter aus dem "Sicherheitsapparat" mit den Worten, der Anschlag habe "alle Grenzen überschritten und eine beinahe neue Lage geschaffen, die nicht mehr rückgängig zu machen" sei.

Unklar war am Donnerstag, wie sich der Anschlag auf die Bemühungen von US-Vermittler Anthony Zinni auswirken wird, der seit knapp zwei Wochen versucht, eine Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern zu vermitteln. Nach Berichten aus Washington will Zinni seine Mission mindestens bis zum Wochenende fortsetzen. Die Palästinenser hatten die Kompromissvorschläge des Ex-Generals für ein Waffenruhe-Abkommen am Dienstag abgelehnt, jedoch signalisiert, dass sie zu weiteren Verhandlungen bereit seien.

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