Ausländische Aktienfonds sind gegenüber deutschen Produkten benachteiligt
Das Fondsdepot gegen das Finanzamt absichern

Wenn die Renditen magerer werden, möchte man sie wenigstens ungeschmälert aufs Konto bekommen. Daher lohnt es sich, ein Fondsdepot nach steuerlichen Gesichtspunkten zu durchleuchten. Dabei gilt: Fonds werden fast genauso besteuert wie die direkte Anlage. Aber nur fast - im Detail gibt es wichtige Unterschiede.

DÜSSELDORF. Es gibt Dinge, die gibt es eigentlich gar nicht. Zum Beispiel die ungleiche Besteuerung von deutschen und ausländischen Aktienfonds. "Anfangs dachten wir, das sei nur ein Schreibfehler", sagt Jan Marwede, Geschäftsführer des Verbands der Auslandsbanken. Doch es zeigte sich schnell, dass hier kein Versehen vorlag: Bei der Einführung des neuen Halbeinkünfteverfahrens, das in diesem Jahr zum ersten Mal voll greift, wurden die ausländischen Aktienfonds ausgenommen. Das heißt: Wer direkt Aktien oder deutsche Fonds kauft, muss die Erträge daraus nur zu Hälfte versteuern. Bei einem ausländischen Fonds greift das Finanzamt hingegen voll zu. In der Praxis ist dieser Unterschied nur bei den Dividenden wichtig, weil Kursgewinne von Wertpapieren im Fonds ohnehin steuerfrei bleiben. Aber im Zeichen der neuen Bescheidenheit gewinnen die Dividenden ja wieder an Bedeutung. Marwede glaubt nicht, das sich schnell etwas ändert. "Die Staatskassen sind leer", sagt er. Und einer Änderung müssten sowohl Bund als auch Länder zustimmen. Der deutschen Fondsbranche ist die Diskriminierung auch nicht recht, weil die eigenen Luxemburger Töchter davon betroffen sind.

Wer sein Fondsdepot steuerlich optimieren möchte, sollte folgendes beachten:

Grundsätzlich wird die Anlage per Investmentfonds genauso besteuert wie die direkte Anlage. Ausnahme ist die bereits erwähnte volle Besteuerung deutscher Dividenden bei ausländischen Fonds.

Innerhalb des Fonds gilt für Wertpapiere aber nicht die sonst übliche Spekulationsfrist von einem Jahr. Der Fonds kann jederzeit kaufen und verkaufen, ohne dass Kursgewinne versteuert werden müssen. Der Anleger wiederum muss seinen Fondsanteil mindestens ein Jahr behalten, wenn er einen Kursanstieg des gesamten Fonds steuerfrei vereinnahmen möchte. Umgekehrt gilt: Fällt der Fondsanteil, dann kann der Anleger ihn innerhalb eines Jahres verkaufen und den Verlust mit einem anderen Spekulationsgewinn verrechnen.

Für Immobilienfonds gilt auch innerhalb des Fonds die Spekulationsfrist von zehn Jahren.

Wer Fondssparpläne abschließt, sollte zunächst überlegen, ob er seine Riesterförderung schon ausgeschöpft hat.

Wer eine Lebensversicherung abschließt, bekommt die Erträge bei den üblichen Vertragsgestaltungen steuerfrei. Dem gegenüber steht allerdings häufig eine hohe Kostenbelastung. Trotzdem kann es unter dem Strich attraktiv sein, statt eines normalen Fondssparplans einen fondsgebundene Lebensversicherung bei einem kostengünstigen Versicherer abzuschließen.

Die klassische Lebens- oder Rentenversicherung (also nicht die fondsgebundene) hat einen zweiten Steuervorteil: Ihre Beiträge können als Sonderausgaben abgezogen werden. Bei den meisten Arbeitnehmern kommt dieser Vorteil nicht zum Tragen, weil ihre Höchstgrenzen schon ausgeschöpft sind. Selbstständige können dagegen in der Regel auch diesen zweiten Steuervorteil in Anspruch nehmen - der sehr stark wirkt und daher nach Möglichkeit auch genutzt werden sollte.

Bei der Aufteilung eines Fondsdepots sollten in erster Linie Chancen und Risiken beachtet werden - die Steuersituation tritt als zweite Komponente hinzu. Die Einschätzung, wie hoch der Aktienanteil bei "konservativen", "ausgewogenen" oder dynamischen Depots sein sollte, verändert sich je nach Börsenlage. In Boomzeite galt es schon beinahe als "konservativ" oder sehr vorsichtig, nur die Hälfte des Depots in Aktien zu investieren. Inzwischen würde so eine Aufteilung eher als ausgewogen betrachten oder sogar nur wirklich risikobereiten Anlegern empfehlen.

Grundsätzlich gilt: Aktienfonds haben in guten Jahren einen hohen Anteil steuerfreier Erträge. In schlechten Jahren kann es aber passieren, dass sie Verluste abwerfen und dennoch Steuern auf die Dividenden gezahlt werden müssen. Rentenfonds sind häufig - von speziellen Angeboten abgesehen - ungünstiger. Vermögensberater wie Portfolio-Concept oder Fonds-Kapital setzen als sichere, steuergünstige Anlagen daher gerne offene Immobilienfonds ein, bei denen ausländische Erträge vom Anleger meist steuerfrei kassiert werden können.

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