Ausländische Investoren könnten sich zurückziehen
Wettbewerber klagen über Deutsche Telekom

Die Telekom verfolgt keine Wettbewerbs-, sondern eine Verdrängungs- und Vernichtungsstrategie ihrer Wettbewerber, meint der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten.

vwd BERLIN. Schwere Vorwürfe gegen das Geschäftsgebaren der Deutschen Telekom AG, Bonn, hat der Präsident des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (Vatm), Köln, Joachim Dreyer, am Mittwochabend in Berlin geübt. Die jüngste Versteigerung der UMTS-Lizenzen habe für jeden sichtbar gemacht, dass die Telekom unter Missachtung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) keine Wettbewerbs-, sondern eine Verdrängungs- und Vernichtungsstrategie gegen ihre Wettbewerber verfolge. Wenn die Telekom so weitermache, würden sich ausländische Investoren aus Deutschland wieder zurückziehen.

Die Telekom wolle mit Tricks und Verzögerungstaktik neue Ideen und Technologien solange verhindern, bis sie selbst darüber verfügen könne, sagte Dreyer weiter. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post sei schlicht überfordert und kaum noch in der Lage zu richten, was die Telekom anrichtet, ergänzte Vatm-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Die Telekom wolle aus der Regulierung heraus, um den Kurs ihrer Aktien hochzutreiben. So habe sie bei der Regulierungsbehörde beantragt festzustellen, dass sie in Berlin nicht mehr marktbeherrschend ist, was ihr eine freie Gebührengestaltung erlauben würde.

Über den Antrag werde die Regulierungsbehörde im September entscheiden. Grützner erwartet jedoch nicht, dass sie dem Antrag stattgibt. Anders könne die Entscheidung über entsprechende Anträge zum Auslandsverkehr mit der Türkei und den USA ausfallen. Dreyer fordert von der Bundesregierung eine Novellierung des TKG mit harten Pönalen für Gesetzesverstöße, wettbwewerbsfreundlichere Fristen im Gesetz sowie eine Zusammenführung des Gesetzes mit dem Informations- und Kommunikationsdienste-Gesetz (IKDG) sowie dem Rundfunkgesetz, was aber nur in Übereinstimmung mit den Ländern geschehen könne.

Der Vatm habe derzeit mehr als 50 Mitglieder mit über 50 000 Beschäftigten. Die Investitionen der Mitglieder in Deutschland überträfen inzwischen die der Telekom. Diese habe bei der UTMS-Versteigerung das Geld ihrer Aktionäre verschleudert und tue dies auch bei den geplanten Übernahmen in den USA. Zur Verbandsstrategie meinte Dreyer, man wolle die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass die Wettbewerber und nicht die Telekom für günstigere Telefontarife und niedrige Gebühren fürs Internet gesorgt haben. "Wir möchten jetzt die Kirche mal richtig ins Dorf stellen", sagte Dreyer.

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