Ausländische Unternehmen sollen künftig bis zu 49 Prozent der Anteile halten dürfen
USA wollen Beteiligungen an Fluggesellschaften erleichtern

Schon bald könnten sich ausländische Unternehmen mit bis zu 49 % an US-Fluggesellschaften beteiligen. Das jedenfalls will die US-Regierung durchsetzen. Sie plant eine Gesetzesänderung, die die Grenze für die Beteiligung von Ausländern von 25 % auf 49 % anheben soll.

kk NEW YORK. Noch müssen aber Senat und Kongress dem Projekt zustimmen - Ausgang ungewiss. Vor allem aus dem Kongress kommen kritische Stimmen. Auch das Pentagon hat Besorgnis geäußert. Grund: Zivilflugzeuge müssen im Kriegsfall dem US-Militär zur Verfügung stehen. Das Verkehrsministerium hofft dennoch, dass die Gesetzgeber den Vorschlag bis Ende September absegnen.

Mit dem Gesetz über den Fremdbesitz von Airlines hat vor allem die Deutsche Post ihre Erfahrungen gemacht: Sie versucht seit Jahren, auf dem US-Markt zu expandieren. Doch die Konkurrenten Fedex und United Parcel Service (UPS) setzen in seltener Eintracht alles daran, den Rivalen aufzuhalten. Sie berufen sich dabei auf eben das Gesetz, das jetzt gelockert werden soll.

Es sieht jedoch nicht so aus, als würde das neue Gesetz die Lage für die Deutsche Post erleichtern. Die Post ist auf dem US-Markt mit der Tochter DHL Worldwide Express vertreten. In den USA bietet DHL aber nur Landtransport an. Die Lufttransporte des Konzerns übernimmt die kleine Fluggesellschaft DHL Airways, an der DHL Worldwide 25 % hält. DHL Airways, die mittlerweile Astar Air Cargo heißt, soll Ende Juni von ihrem derzeitigen Chef John Dasburg und anderen US-Investoren für 60 Mill. $ gekauft werden. Dann gehört die Fluggesellschaft formell nicht mehr der Post. Aber der fast ausschließliche Auftraggeber bliebe DHL - und damit nach Ansicht von Kritikern die Deutsche Post.

Deshalb fordern UPS und Fedex, dass die 25 %-Hürde nicht nur an der Staatsangehörigkeit der Besitzer, sondern auch an der Herkunft der Umsätze gemessen wird. "Daran wird auch eine Erhöhung auf 49 % nichts ändern", sagt David Bolger, zuständig für öffentliche Angelegenheiten bei UPS. "Uns geht es darum, wer das Unternehmen de facto kontrolliert."

Airline-Experte Andrew Watterson von Mercer Management stimmt zu: "Das Senken der 25 %-Hürde ändert nichts wirklich an der Frage der Kontrolle."

Die Lobby-Arbeit von UPS und Fedex trägt bereits Früchte: Das Verkehrsministerium räumte ein, dass die Herkunft der Aufträge zumindest mit berücksichtigt werden soll.

Ende Oktober soll ein Gericht darüber entscheiden, ob DHL Airways überhaupt eine US-Fluggesellschaft ist. Das Gericht hat bestätigt, dass es die Frage auch dann beantworten wird, wenn der geplante Verkauf an Dasburg über die Bühne geht. UPS-Manager Bolger zeigt sich unbeeindruckt von Dasburgs Plänen: "Er ist ein Vasall von Post-Chef Klaus Zumwinkel."

Auch der Plan von DHL, die Transportfirma Airborne zu übernehmen, stößt bei den US-Konkurrenten auf erbitterten Widerstand. Die Post hatte im März die 1 Mrd. $ teure Übernahme angekündigt. Wegen der Besitztumsbeschränkungen will sie die Flugzeugoperationen abstoßen.

Einige Marktbeobachter würden einen Erfolg der Deutschen Post begrüßen. Denn das würde endlich das Duopol von Fedex und UPS auf dem US-Markt brechen. Die Zeitschrift "Business Week" zitierte den Logistik-Berater Satish Jindel mit den Worten: "Wen schert es da, ob die Deutschen DHL Worldwide kontrollieren?"

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