Auslandseinsätze binden auch Soldaten im Inland
Bundeswehr klagt über Personalbelastung

Die gegenwärtig laufenden Auslandseinsätze der Bundeswehr erfordern auch erhebliche Personalkapazitäten in Deutschland.

HB BONN. Durch Rotation, Ausbildung und Nachbereitung werden in Deutschland insgesamt fast 50 000 Soldaten gebunden, geht nach Informationen des Handelsblattes aus Zahlen für die heute beginnende Kommandeurtagung der Bundeswehr in Hannover hervor. Zum Vergleich: Derzeit befinden sich rund 10 000 Soldaten im Auslandseinsatz. Insgesamt zählte die Bundeswehr im Februar 2002 etwas mehr als 293 000 aktive Soldaten.

Der unzureichende Umfang der Krisenreaktionskräfte führe zu fehlender Durchhaltefähigkeit und überdurchschnittlicher Belastung bestimmter Spezialisten und Truppenteile, stellt das Bundesverteidigungsministerium außerdem in einer Information für die rund 650 Kommandeure fest, zu deren Konferenz heute Nachmittag auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erwartet wird. Die Dauerbelastung von Schlüsselpersonal wirke sich erkennbar negativ auf die Motivation aus.

Bei der 39. Kommandeurtagung soll vor allem der bisher erreichte Stand bei der Bundeswehrreform im Mittelpunkt stehen. Wie das Handelsblatt erfuhr, wurde von Staatssekretär Klaus-Günther Biederbick bereits zum 1. April die Einrichtung des Bundesamtes für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr mit Sitz in Koblenz angeordnet. Das Amt soll mit über 1 000 militärischen und zivilen Mitarbeiter das IT-Management der Streitkräfte koordinieren.

"IT-Projekt Herkules"

Bis zum Sommer soll außerdem die IT-Gesellschaft gegründet werden, bei der die Bundeswehr Minderheitsbeteiligter ist. Die Gesellschaft, auch als "IT-Projekt Herkules" bekannt, wird unter anderem die Rechenzentren und verschiedene Netze der Bundeswehr modernisieren. Verhandlungen über einen industriellen Partner laufen derzeit noch. Eine Entscheidung fällt voraussichtlich im Juli. Die Bundeswehr bringt nach den derzeitigen Planungen 6 000 Mitarbeiter ein. Rund 6,5 Mrd. Euro werden Plänen zufolge in den kommenden zehn Jahren in die neue, privatrechtliche IT-Gesellschaft fließen. Zu dem Projekt gehört auch die Einführung der Unternehmens-Software SAP R/3. Im Vorgriff sind vor kurzem die ersten Dienststellen mit SAP-Anwendungen ausgestattet worden.

Die Aufnahme des operativen Geschäfts der geplanten Liegenschafts-Beteiligungsgesellschaften ist jetzt für Mitte 2002 geplant. Diese sollen die nicht mehr betriebsnotwendige Liegenschaften der Bundeswehr mit Entwicklungspotenzial vermarkten. Für das künftige neue Management der Fahrzeugflotte und des Bekleidungswesens der Streitkräfte hat der Haushaltsausschuss des Bundestages Ende März grünes Licht gegeben.

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