Auslandsinvestitionen und Export sind Motor des Aufschwungs
Beitrittsländer hängen alte EU-Staaten konjunkturell ab

Die neuen EU-Staaten in Mittel- und Osteuropa entwickeln sich weitaus dynamischer als die Mitglieder der Gemeinschaft im Westen. Das beweist die neue Konjunkturanalyse des Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW). So stieg das Bruttoinlandsprodukt in den acht Beitrittsländern im ersten Quartal 2004 um durchschnittlich 5,6 Prozent, während die "alte EU" der 15 Staaten nur um 1,5 Prozent zulegte.

WIEN. Spitzenreiter waren Lettland, Litauen, Polen und Estland (Grafik). "Wieder einmal zeigt sich, wie enorm Länder mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen wachsen können, wenn sie ihr großes Potenzial richtig nutzen", sagte Josef Pöschl vom WIIW.

Noch deutlicher zeigt sich der wirtschaftliche Aufschwung in den neuen EU-Staaten anhand der Industrieproduktion. Allein in Polen, das als größtes Beitrittsland fast die Hälfte der wirtschaftlichen Leitung aller neuen EU-Mitglieder in Mittel- und Osteuropa erbringt, wuchs diese im ersten Quartal 2004 um 19 Prozent. Ein weiterer aussagekräftiger Indikator ist die Bauwirtschaft, die in Ländern wie Ungarn und Tschechien um Werte zwischen 16 und 20 Prozent zulegte. Außerdem hat der Export der Beitrittsländer wieder angezogen. Hier erwies sich die Slowakei als Spitzenreiter, die ein Rekordwachstum von 29 Prozent erzielte und dabei vor allem von der boomenden Autoindustrie profitierte.

Die wenn auch magere Konjunkturbelebung im Westen hat zum Aufschwung im Osten beigetragen. Länder wie Polen und Ungarn sind inzwischen weitgehend in die EU-Wirtschaft integriert und wickelten einen beträchtlichen Teil ihres Außenhandels mit dem Westen ab. Hinzu kommt, dass die umfangreichen ausländischen Direktinvestitionen in den neuen EU-Ländern, die seit dem Systemwechsel vor 15 Jahren getätigt wurden, erheblich zum Anstieg der Arbeitsproduktivität beigetragen haben. Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei erzielten allein im ersten Quartal 2004 Zuwächse zwischen 10 und 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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