Auslauf des Patentschutzes
Merck: Planen keine Zukäufe in Milliardenhöhe

Der Pharmakonzern Merck KGaA hat frühere Aussagen relativiert, wonach das Unternehmen sehr große Zukäufe anstrebt.

Reuters FRANKFURT. "Wir streben keinen Zukauf im mehrstelligen Millionen- oder Milliarden-Euro Bereich an", sagte Firmenchef Bernhard Scheuble am Mittwoch am Rande einer Fachkonferenz in Frankfurt.

Vor rund einem Monat hatte Scheuble noch gesagt, Merck werde eine Reihe kleinerer oder größerer Zukäufe tätigen. Mit größeren Zukäufen seien solche von "einigen Milliarden" Euro gemeint, mit kleineren solche mit einem "zwei- bis dreistelligen" Millionen-Euro-Betrag, hatte Scheuble am Rande der Bilanz-Pressekonferenz gesagt.

"Das war eine allgemeine Bemerkung, bei der es nicht um unsere Pläne ging", sagte Scheuble dazu am Mittwoch.

Im Hinblick auf das laufende Geschäftsjahr bekräftigte Scheuble seine vier Wochen alten Prognosen für 2002. "Wir hatten einen guten Start", fügte er hinzu. Merck geht in diesem Jahr von einem Rückgang des operativen Ergebnisses sowie von einem prozentual nur einstelligen Umsatzwachstum aus.

Grund dafür ist der Auslauf des Patentschutzes seines umsatzstarken Medikamentes (Blockbuster) Glucophage, von dem bereits erste günstigere Nachahmermittel (Generika) in den USA auf den Markt gekommen sind. Scheuble betonte, ein Unternehmen wie Merck könne auch ohne ein umfangreiches Blockbuster-Potenzial erfolgreich sein."Was zählt sind fähige Mitarbeiter und wirklich neue Produkte für Krankheiten, die bisher gar nicht oder nur unzulänglich zu heilen sind."

Im Fall des in der Entwicklung befindlichen Krebsmedikaments Erbitux/C225 sei er weiterhin optimistisch, das Medikament 2003 auf den europäischen Markt bringen zu können. "Die klinischen Tests laufen sehr gut", sagte er. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte Ende 2001 den Antrag der US-Biotechfirma Im Clone auf Zulassung des Krebsmittels in den USA abgewiesen. Wegen der Zulassungsprobleme in den USA hatte es Spekulationen über eine mögliche Verzögerung für Merck gegeben.

Ob Merck seine Testergebnisse für einen erneuten US-Zulassungsantrag an Im Clone weitergeben werde, sei nicht klar, sagte Scheuble. "Wir sind nicht verpflichtet, das zu tun. Erstmal haben wir als Merck nichts davon", sagte der Merck-Chef. Sperren wolle sich der Konzern gegen die Daten-Weitergabe aber auch nicht. "Umsonst wird das aber wohl nicht geschehen", sagte er.

Aus Kreisen hatte es bereits geheißen, die FDA habe empfohlen, dass Im Clone in einem neuen Antrag Daten aus den klinischen Tests von Merck in Europa für das Mittel beifüge. Analysten gehen davon aus, dass Merck diese Daten nicht kostenlos herausgeben wird.

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