"Ausleseprozess hat längst begonnen"
TUI erwartet trotz Krise Zuwachs für Touristik

Europas größter Reiseveranstalter TUI erwartet für die Touristikbranche im kommenden Jahr ein abgeschwächtes Wachstum, aber keinen Rückgang der Buchungen. "Marktforscher gehen auch im nächsten Jahr von einem Marktwachstum aus", sagte TUI-Chef Volker Böttcher am Montag anlässlich der Präsentation der Sommerkataloge in Kapstadt. Trotz der aktuellen Krise sei für die Touristik ein Zuwachs zwischen 1 und 2 % zu erwarten. Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/2001 legte die Branche nach bisherigen Schätzungen 3 bis 4 % zu.

Reuters Kapstadt. TUI als wichtigster Veranstalter des Preussag-Konzerns wolle wieder deutlich stärker wachsen als der Markt. Im zurückliegenden Geschäftsjahr steigerte TUI Böttcher zufolge den Umsatz um gut 7 % auf 4,56 Mrd. ?. Auch die Rendite habe sich auf Grund nochmals erhöhter Flug- und Hotelauslastung verbessert. Ein Ergebnis veröffentlichte TUI allerdings nicht.

Zugleich geht Böttcher davon aus, dass die schwierige Situation nach den Anschlägen vom 11. September gerade für kleinere Veranstalter Folgen haben könne. "Der Ausleseprozess hat längst begonnen. Die Starken werden diese Marktschwäche überstehen, für andere hingegen ist die aktuelle Entwicklung existenzbedrohend." Nach den Einbrüchen bei den Buchungen im September und Anfang Oktober gebe es inzwischen Anzeichen der Normalisierung. Auch die Rendite sei gestiegen. In der Summe lägen die Buchungszahlen bei TUI für die Wintersaison nach den Worten Böttchers aber noch im einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahr.

Der weitere Verlauf der Saison und des Sommers hänge davon ab, ob sich die weltpolitische Lage wieder stabilisiere. Dennoch gibt es den TUI-Chef anders als beim Konkurrenten Thomas Cook und deren wichtigster Marke Neckermann keinen Grund für ein Negativszenario. Thomas Cook rechnet mit einem Umsatzminus von bis zu 15 % und baut 2 600 Stellen im Konzern ab.

"Fliegen ist so sicher, dass es die mit Abstand sicherste Fortbewegung ist", sagte Böttcher. Die Reisebranche müsse auf die Verunsicherung der Kunden nach den Terroranschlägen in den USA offensiv reagieren. Auch in den Urlaubsländern sei es ruhig. Niemals zuvor seien die Kontrollen auf Flughäfen und Sicherheitsvorkehrungen an Bord rigoroser gewesen. Umfragen der TUI hätten ergeben, dass nur noch ein geringer, immer kleiner werdender Prozentsatz von ihren Reiseplänen für den nächsten Sommer Abstand nähmen. "Ich bin deshalb der festen Überzeugung, dass die Branche insgesamt, insbesondere aber die TUI, im Sommer 2002 weiter zulegen wird", sagte Böttcher. Voraussetzung dafür sei, dass die Verhältnisse stabil blieben.

Doch die Marktforschungen im Auftrag von TUI hätten klar ergeben, dass weiterhin Badeferien rund ums Mittelmeer wesentlicher Wachstumsmotor für die Reisebranche bleiben würden. Wichtigste Zielgruppe werde die Gruppe der über 40-Jährigen. Für den Sommer 2002 will TUI die Preise zwischen 3 und 6 % anheben. Einzelne Fernreiseziele wie Südafrika, Australien und Thailand würden günstiger. Die Angebote für Spanien, aber auch für die Türkei würden ausgebaut.

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