Ausnahme Wien
US-Vorgaben belasten europäische Börsen

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz verlor bis zum Mittag 1,5 % auf 4 068 Punkte.

Reuters. Die europäischen Börsen haben sich zum Wochenauftakt mit Ausnahme der Wiener Börse durchweg schwächer präsentiert, was Händler auf schlechte Vorgaben aus den USA und Asien zurückführten. Außerdem habe der angekündigte Stellenabbau bei dem US-Netzwerkhersteller Cisco Systems die Märkte belastet. "Nach dem starken Kursverfall an der Wall Street sehen wir keinen Ausweg", sagte ein Händler. "Der Markt schafft das nicht allein, wir brauchen ein Zeichen von der Fed."

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz verlor bis zum Mittag 1,5 % auf 4 068 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) ebenfalls 1,5 % auf 4 266 Punkte einbüßte.

Die New Yorker Aktienmärkte hatten am Freitag deutlich nachgegeben. Analysten hatten die breit gestreuten Kurseinbußen vor allem auf die jüngsten Arbeitsmarktdaten zurückgeführt, die auf eine geringer als erwartete Abkühlung der US-Konjunktur hindeuteten. Die Daten steigerten Händlern zufolge die Befürchtung, die Senkung der Leitzinsen durch die US-Notenbank Fed könnte weniger hoch als erwartet ausfallen. Der Dow-Jones-Index verlor am Freitag 1,97 % auf 10 644,62 Zähler, während die Nasdaq 5,35 % auf 2 052,78 Zähler nachgab.

Gegen Mittag deuteten die wichtigen US-Trendbarometer auf einen schwachen Auftakt der US-Börsen hin. Der S&P-Future notierte mit minus 15 Punkten bei 1 228 Zählern und der Nasdaq-Future mit minus 46,5 Punkten bei 1 784 Zählern.

London - Kursverluste im Banken- und Telekomsektor

An der Londoner Börse sorgten sinkende Banken- und Telekom-Werte für neuerliche Tiefstände. Gegen Mittag notierte der FTSE-Index um 1,2 % niedriger bei 5 847 Zählern. Die Versicherungsgesellschaft Prudential verlor 14 %. Zuvor hatte Prudential mitgeteilt, die American General Corp für 26,5 Mrd. US $ zu übernehmen. Die Bankengruppe HSBC gab fünf % ab, was Händler unter anderem auf eine Zurückstufung durch Goldman Sachs auf "market perform" und Gerüchte über eine Fusion mit Merrill Lynch zurückführten. Unter den Telekomwerten gerieten British Telecom und Telekomausstatter Marconi mit jeweils knapp 4 % unter Druck.

Zürich - Schwächer nach schlechten US-Vorgaben

Die Schweizer Börse notierte am Montag schwächer. Händler sagten, den negativen Vorgaben aus den USA und Fernost könne auch die Schweiz nicht trotzen. Der SMI-Index notierte mit 1,25 % im Minus bei 7 441 Zählern. Deutliche Verluste erlitten die Aktien der SAirGroup mit minus 11,9 % auf 178 Schweizer Franken. Unter anderem der schrittweise Rückzug des Verwaltungsrat am Freitag und die unklare Zukunft des Unternehmens belaste den Aktienkurs, sagten Händler. Adecco fielen 4,25 %. Mit nur marginalen Veränderungen hielten sich defensive Schwergewichte wie Nestle, Novartis und Roche.

Paris - Verluste bei Telekomtiteln

In Paris präsentierte sich die Börse zum Wochenauftakt ebenfalls schwächer. Der CAC 40 fiel um 1,35 % auf 5296 Zähler. Händler führten dies auf die schlechten US-Vorgaben zurück. Die Aktien des Telekomausstatters Alcatel und France Telecom gaben beide zeitweise mehr als 3 % ab, Chip-Hersteller STMicroelectronics verlor gut 2 %. "Die Leute zahlen den Preis für all die Tech-Exzesse. Was aber wirklich zu denken gibt, ist, dass die schlechte Stimmung auch auf Standardwerte übergreift", sagte ein Händler. Cap Gemini fielen 2,6 %, Dassault Systems knapp 5 %.

Mailand - Mib30 folgt schlechten US-Vorgaben

Die italienischen Aktienwerte tendierten schwächer. Der Mib30-Index fiel um 1,1 % auf 38781 Zähler. Händler begründeten den Abwärtstrend mit den schlechten US-Vorgaben. Der zehn%ige Kurseinbruch bei Cisco setze vor allem die Technologietitel erneut unter Druck. Abgeben mussten die Telecom Italia um 1,3 %, Telecom Italia Mobile um 1,4 %. Auch der Bankensektor setzte seine Verlustserie fort, das Geldinstitut Bipop büßte 6,5 % ein, die Bank San Paolo IMI verlor 2,9 %.

Madrid - Schwach durch Telekom und Banken

An der madrilenischen Börse zogen die schlechten US-Vorgaben vor allem Technologie- und Telekomtitel nach unten. Der Ibex 35-Index verlor 1,74 % auf 9 556 Zähler. Die Internetfirma Terra Lycos führte die Lister der Verlierer mit einem Verlust von 2,5 % an. Mutterkonzern Telefonica geriet ebenfalls unter Druck und notierte um 2,5 % niedriger bei 18,15 Euro. "Es ist zum Verzweifeln", sagte ein Händler. "Wir sagen den Kunden, dass die Preise gut zum Kaufen sind, und dann geht der Markt noch weiter nach unten." Unter Druck präsentierte sich auch der Bankensektor mit der BBVA und der BSCH mit jeweils mehr als 2 % im Minus.

Amsterdam - Zum Wochenauftakt schwächer

Die niederländischen Aktienwerte sind nach schlechten US-Vorgaben schwächer in die Woche gestartet. Der Aex-Index notierte um 1,4 % niedriger bei 9593 Zählern. "Es gibt keine Sektorbewegung von der New zur Old Economy. Es bleibt einfach kein Wasser übrig, wenn man es ständig von einer Tasse in die andere gießt und dabei jedes Mal etwas überschwappt", sagte ein Händer von Rabo Securities. Unter den Technologietiteln gaben ASM Lithography und KPN Qwest jeweils knapp 5 % ab. Die TNT Post Gruppe hatte am vormittag über den Erwartungen liegende Ergebnisse bekannt gegeben und legte im Handelsverlauf um 1,3 % zu.

Wien - Gut behauptet durch Standardwerte

Die österreichischen Aktienwerte tendierten trotz der schlechten Vorgaben aus New York gut behauptet. Der Atx-Index notierte nahezu unverändert bei 1 207 Zählern. Die Titel des Energieversorgers EVN legten um 5,3 % auf 35,37 Euro zu. Vorausgegangen waren Zeitungsberichte, wonach die deutsche E.ON oder Electricite de France (EdF) Interesse am Aktienanteil der Elektrizitätswirtschafts AG Verbund haben. Verbund stiegen um 1,4 % auf 126 Euro. Unter Druck gerieten die Titel der Buch- und Medienhandelsgruppe Libro, sie notierten am Mittag mit einem Minus von 1,4 %. Verschiedene Medien hatten berichtet, dass die Telekom Austria als Aktionär bei der Libro-Online-Tochter lion.cc aussteigen wolle.

Brüssel - Schwächer mit Verlusten bei Standardwerten

In Brüssel präsentierten sich die Aktienwerte ebenfalls überwiegend im Minus. Bis zum Mittag notierte der Bel 20-Index um 0,7 % niedriger bei 2 948 Zählern. Händler sagten, die angekündigte Stellenstreichung bei Cisco habe neue Befürchtungen hinsichtlich des Ausmaßes der konjunkturellen Abkühlung in den USA laut werden lassen. "Wir verlieren mit den anderen", sagte ein Händler. Real Software verloren 7,5 %, was Händler auf die für nach Börsenschluss angekündigte Veröffentlichung der Geschäftszahlen zurückführten. Indexschwergewicht Fortis konnte Gewinne vom Freitag nicht weiter ausbauen und notierte mit 2,4 % im Minus bei 29,10 Euro. Die Brauerei Interbrew gab 1,8 % auf 29,90 Euro nach. Händler führten dies auf Gewinnmitnahmen zurück.

Stockholm - Folgt dem europäischen Trend

Die Stockholmer Börse präsentierte sich zu Wochenbeginn schwach. Der Omx-Index notierte um 1,57 % niedriger bei 955 Zählern. Zu den Verlieren gehörten Standardwerte wie ABB mit zwei % im Minus, Telia mit 2,5 % im Minus und SE Banken mit 1,9 % im Minus. Das Telekomunternehmen Ericsson gab 2,5 % ab. "Wir suchen überall die Gründe, außer bei uns selber", sagte ein Händler. "Es gibt keine Nachrichten zu Ericsson oder Nokia, wir folgen lediglich den anderen Märkten."

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