Ausnahmeregelungen
Alkoholverbot in Fußball-Stadien wird gelockert

Das Alkoholverbot in deutschen Fußball-Stadien wird gelockert. Die Sportminister der 16 Bundesländer verständigten sich am Freitag auf ihrer Konferenz in Saarbrücken überraschend und einstimmig darauf, künftig in Absprache mit der Polizei Ausnahmen vom Alkoholverbot in den Arenen zuzulassen.

HB/dpa SAARBRÜCKEN. Bei offenkundig alkoholbedingten Ausschreitungen und Delikten können die Ausnahme- Genehmigungen allerdings mit sofortiger Wirkung widerrufen werden. Die Innenminister der Länder müssen der Neuregelung noch zustimmen.

Zur Begründung des Beschlusses der Sportministerkonferenz sagte deren Vorsitzende, Saar-Sportministerin Annegret Kramp-Karrenbauer: "Wir haben mit dem Alkoholverbot in Fußballstadien ein Verbot, an das sich kaum jemand hält". Ob die Sportpolitik auch den Brauereien als Sponsoren vieler Clubs ein Zugeständnis gemacht hat, ließ sie offen. Nicht durchsetzen konnte sich die CDU-Politikerin mit der Forderung, dass künftig alle Bundesliga-Clubs im Fußball und anderer Ball- Sportarten mindestens eine deutsche Nachwuchskraft unter 24 Jahren einsetzen müssen, um die Schlagkraft der Nationalteams zu erhöhen.

Die Sportminister einigten sich nicht auf diese Quotierung, sondern verlangten lediglich eine bessere "Talentförderung im Profisport" und entsprechende Regelungen von den Ligaverbänden. Die Diskussionsgäste Dieter Hoeneß (Manager Hertha BSC) und Handball- Bundestrainer Heiner Brand lehnten die Quotierung ebenfalls ab. Hoeneß forderte stattdessen eine Vereinfachung der Einbürgerung junger Ausländer und meinte, der Anteil deutscher Spieler werde auf jeden Fall steigen: "Die Nationalmannschaft ist wichtig, aber Träger sind die Vereine, die sich wirtschaftlich behaupten müssen."

Im Vorfeld der Fußball-WM 2006 und der deutschen Olympia-Bewerbung 2012 forderten die Sportminister Steuererleichterungen für sportliche Großereignisse, um im internationalen Konkurrenzkampf bestehen zu können. DSB-Präsident Manfred von Richthofen plädierte dafür, den Sport in die für 2004 geplante neue EU-Verfassung aufzunehmen. Die Sportminister verlangten, sicherzustellen, dass die EU keine durchgreifende Kompetenz für die Länder im Sportbereich haben.

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