Ausnahmezustand in der italienischen Stadt
UN-Konferenz über organisiertes Verbrechen in Palermo

dpa PALERMO. In der ehemaligen Mafia-Hochburg Palermo beginnt an diesem Dienstag eine viertägige UN-Konferenz zum Thema organisiertes Verbrechen. Es geht vor allem um den Kampf gegen zunehmenden Menschenhandel, gegen international agierende Schleuserbanden und gegen Drogenkartelle. Rund 110 Innen- und Justizminister sowie ein Dutzend Staats- und Regierungschefs werden erwartet. 10 000 Polizisten und Soldaten sind im Einsatz, um in der sizilianischen Hauptstadt für Sicherheit zu sorgen. Die gesamte Innenstadt ist für Autos gesperrt, Schulen bleiben geschlossen.

UN-Generalsekretär Kofi Annan weiht zur Eröffnung der Konferenz ein Mafia-Museum in Corleone ein, das Dokumente über die Mafia- Verbrechen zeigt. Aus der Ortschaft im sizilianischen Hinterland stammen die berüchtigtsten "Paten" der Cosa Nostra.

Bis zum Freitag wollen die Teilnehmer eine Konvention gegen organisiertes Verbrechen unterschreiben, die die UN im November verabschiedet hatte. Ziel ist es, Schlupflöcher und Gesetzeslücken zu stopfen, um weltweit gegen Mafia und andere Syndikate besser vorgehen zu können. Aus Deutschland kommt Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin nach Palermo.



Kampf dem organisierten Verbrechen

"Palermo ist ein Beispiel für den Kampf gegen die Mafia", sagte Bürgermeister Leoluca Orlando, der als Symbolfigur für den Kampf gegen das organisierte Verbrechen in Italien gilt. Allerdings berichten Zeitungen, trotz spektakulärer Fahndungserfolge in den 90er Jahren habe die "ehrenwerte Gesellschaft" noch lange nicht aufgegeben; sie suche ebenfalls den Weg der Globalisierung.

In Palermo sollen zwei Zusatzprotokolle zum Menschenhandel sowie zum Schmuggel von Migranten unterschrieben werden. Beide Sektoren sind laut Fahnder Wachstumsbranchen im internationalen Verbrechen. Experten schätzen, dass international verzahnte Banden jedes Jahr rund vier Mill. Menschen illegal über die Grenzen bringen; viele Opfer erwarte eine "moderne Sklaverei".

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