Ausnahmslos im Minus
Europas Börsen im Banne der US-Zinsentscheidung

Die europäischen Börsen tendierten am Dienstag gegen Mittag ausnahmslos im Minus. Der Handel verlief im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed aber zumeist in ruhigen Bahnen mit eher geringen Umsätzen.

Reuters FRANKFURT. Der Entscheid wird für 20.15 Uhr MESZ erwartet. "Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte ist sicher drin," sagte ein Händler. Derzeit liegt der Tagesgeldsatz in den USA bei 3,00 %.

Der DJ Stoxx50-Index der 50 grössten Unternehmen der EU und der Schweiz sank 1,1 Prozent auf 3 208 Punkte.

Londoner Börse kann frühe Gewinne nicht halten

Die Londoner Börse hat gegen Mittag die Gewinne vom Morgen wieder preis gegeben und tiefer tendiert. Der FTSE-100-Index sank 0,9 % auf 4 742 Punkte. Bank- und Ölwerte, die dem Index anfangs Unterstützung boten, drehten ins Minus. Shell verloren 0,1 % und BP gaben über ein Prozent nach. Auch Verluste bei Medientiteln drückten auf den Index; Pearson sackten fast 7 % ab und Reed International verloren 7,6 %.

Zürich - Grossbanken wegen Swissair unter Druck

Die Schweizer Aktien haben auf breiter Front nachgegeben. Der SMI der Blue Chips notierte um 2,5 % tiefer bei 5 773 Punkten. Händler sagten, zum einen leide der Markt unter den Verlusten der Grossbanken, die wegen der jüngsten Entwicklung bei der Swissair unter Druck stünden. Zum anderen belasteten die Sorgen um die Konjunktur den Markt. UBS und CS Group , die bei der "Neugestaltung" der Schweizer Luftfahrt federführend seien, litten unter ihrem Engagement. CS sackten fast 8 % ab und UBS verloren 3,6 %.

Paris - Schwach wegen Havas und Cap Gemini

An der Pariser Börse hat sich der CAC-40 Index um 1,8 % auf 3 931 Punkte abgeschwächt. Händler sahen die Gründe dafür vor allem in den Verlusten bei Havas Advertising und Cap Gemini , die wegen Gewinnwarnungen markant an Boden verloren. Havas rutschten 15,1 % ab und Cap Gemini 7,7 %. Auch die Titel des Multimediakonzerns Vivendi gaben 7,4 % nach.

Börse in Amsterdam deutlich schwächer

Die Börse Amsterdam hat die Verluste kontiunierlich ausgebaut. Der AEX-Index gab 2,1 % auf 428 Zähler nach. Schwach waren vor allem die Medientitel Elsevier mit minus 7,8 % und VNU , die 10,8 % nachgaben. Zuvor hatte das US-Verlagshaus McGraw-Hill eine Gewinnwarnung für 2001 veröffentlicht. Auch die Aktie des Verlagshauses Wolters Kluwer gab 4,4 % nach. Eine Reihe von Finanz- und Telekomwerten aber auch defensive Titel tendierten fester.

Banken verlieren in Madrid

Auch die Madrider Börse konnte die am Morgen angedeutete Erholung nicht durchhalten und drehte ins negative Terrain. der Ibex-35-Index verlor 0,8 % auf 7 134 Punkte. Bei unspektakulärem Handel warte der Markt auf den US-Zinsentscheid, sagte ein Händler. Bank Santander Central Hispano fielen um 0,7 % und Banco Bilbao Vizcaya Argentina ermässigten sich um 0,2 %.

Mailänder Börse verliert frühe Gewinne wieder

Die Mailänder Börse konnte ihre Eröffnungsgewinne ebenfalls nicht behaupten. Der Mibtel30-Index verlor 1,9 % auf 28 101 Punkte. Marktteilnehmer sprachen von einer technischen Reaktion. Die Gewinnmitnahmen würden wegen der fehlenden Käufer grosse Wirkung entfalten, sagte ein Händler. Banken, die bereits am Vortag markant verloren hatten, gaben erneut nach. Unicredito sanken vier Prozent.

Stockholm - Bei dünnem Handel schwächer

Bei dünnem Handel überwogen an der Stockholmer Börse die Kursverlierer die Kursgewinner im Verhältnis drei zu zwei. "Diese Sitzung ist eine grosse Schlafpille," sagte ein Händler. Der OMX-Index fiel 1,2 % auf 685 Punkte. Die grossen Telekomausrüster gaben nach. Ericsson verloren 1,4 %, Nokia ermässigten sich um 1,2 %. Swedish Match wurden um 1,3 % tiefer gehandelt. Die Aktien der skandinavischen Fluggesellschaft SAS entwickelten sich besser als der Gesamtmarkt. Der grosse Anteil des Inlandfluggeschäftes dürfte sich nach dem Einbruch der US-Flüge als Stütze erweisen, hiess es am Markt.

Wien - Telekom Austria weiter gesucht

Der Wiener Aktienmarkt hat schwächer tendiert. Der ATX gab 0,3 % auf 1 094 Zähler nach. Das Volumen konzentriert sich auf VA Tech , die wegen Spekulationen um die andauernden Restrukturierungen 5,5 % nachgaben. Telekom Austria profitieren erneut von der Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank vom Vortag und stiegen 1,7 %.

Kaum grössere Kursausschläge in Brüssel

An der etwas schwächeren Brüssler Börse fehlten grössere Kursbewegungen weitgehend. Der Bel-20 Index ermässigte sich um 0,9 % auf 2 604 Zähler. "Um die Anleger an den Markt zurückzubringen brauchen wir deutliche Zeichen ein konjunkturellen Trendwende und das wird in nächster Zeit nicht passieren," sagte ein Händler. Die Aktien des Finanzdiestleisters Fortis gaben deutlich nach. Andere Finanztitel wie Dexia und KBC veränderten sich kaum. Electrabel zogen vor einem Treffen des Unternehmens mit der Regierung zum Verkauf des Elektrizitätsnetz-Geschäftes etwas an.

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