Ausnahmsweise keine Weihnachtsrally zu erwarten
Trübe Aussichten für den Dax

Für die Börsianer verheißen die Aktiencharts wenig Gutes. Technische Analysten glauben, dass dem Dax in Kürze weitere Einbußen bevorstehen.

Die Adventszeit ist auch bei den Aktionären die Zeit der Hoffnung - auf den Kursaufschwung am Jahresende. Alle Jahre wieder sind die Aktienkurse zu diesem Zeitpunkt denn auch tatsächlich gestiegen. Oft haben Fondsmanager bei dünnen Umsätzen mit gezielten Käufen Kurse in die Höhe getrieben, um ihre Performance zu verbessern. Und einige Anleger sind auf den Zug aufgesprungen. In diesem Jahr ist allerdings fraglich, ob es zu einem Kursanstieg kommen wird. Chartanalysten sehen den Deutschen Aktienindex auf kurze Sicht in einem Abwärtstrend, bei dem es zu starken Kursschwankungen kommen werde.

Längerfristig betrachtet zeigt der Dax zwar einen Aufwärtstrend. Doch der gerät ins Wanken, denn die Kurse sind bereits unter die Trendlinie gefallen. Auf kurze Sicht sind die Perspektiven ohnedies ungünstig: Seit März dieses Jahres befindet sich der Index in einer Korrekturphase, sagt Achim Matzke, Analyst bei Commerzbank Securities. Darüber täuschten die Zwischenhochs nicht hinweg. Er erwartet, dass sich diese Korrektur fortsetzen und der Index die von 8 130 Dax-Punkten ausgehende Abwärtstrendlinie nicht überspringen wird. Dafür spreche auch, dass der Dax nach zwei Jahren oberhalb der 200-Tage-Linie jetzt darunter gefallen sei; im Allgemeinen sehen Charttechniker einen Kursrutsch unter die Linie als Verkaufssignal an. So rät denn auch Matzke Anlegern, eine "defensive Haltung" einzunehmen, solange der Dax diese Abwärtsbewegung zeige.

Dass den deutschen Aktien keine nachhaltige Erholung winkt, lässt sich auch mit Hilfe der zyklischen Analyse belegen. Zu den Experten auf diesem Gebiet zählt Susanne Marschner, Vorstandsmitglied der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD). Sie rechnet mit Hilfe mathematischer Formeln aus, wann Aktien oder Indizes neue Hoch- und Tiefpunkte beziehungsweise Wendepunkte erreichen. Diese Analyseart habe sich bislang als sehr treffsicher erwiesen, sagt Marschner. Die Formel will sie als ihr Betriebsgeheimnis allerdings nicht preisgeben. Sie erwartet, dass der Dax bis Anfang Dezember erst sinken und dann in der ersten oder zweiten Woche des Monats einen Hochpunkt von ungefähr 6 800 Punkten erklimmen werde. Zum Jahreswechsel könnte der Index aber unter das bisherige Jahresverlaufstief vom 18. Oktober fallen, prognostiziert die Expertin; an dem Tag brach der Dax auf 6 297 Punkte ein. In diesem Jahr sei also "ausnahmsweise einmal nicht mit einer Weihnachtsrally zu rechnen".

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