Aussage zur Sanierung in naher Zukunft
Lebensversicherer Mannheimer fällt durch Stresstest

Die Lebensversicherungssparte der angeschlagenen und hochdefizitären Mannheimer Holding ist durch den so genannten Stresstest der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gefallen. "Die Mannheimer Lebensversicherungs AG hat den Test nicht bestanden. Angesichts der angespannten Situation der Sparte ist das aber keine Überraschung", sagte der Vorstandschef der Mannheimer Holding, Hans Schreiber, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Der ebenfalls zum Konzern gehörende Online-Lebensversicherer Mamax hat den Test dagegen bestanden.

Reuters FRANKFURT/M. Bei dem Stresstest wird geprüft, ob ein Versicherer auch in einer anhaltenden Krise in der Lage wäre, seine Verpflichtungen gegenüber den Kunden ohne Gegenmaßnahmen zu erfüllen. Dieser Test ist ein Frühwarnsystem und lässt nach Angaben des BaFin keinen Schluss darüber zu, ob der Versicherer seinen Verpflichtungen künftig nicht mehr nachkommen kann. Wenn ein Unternehmen bei dem Test durchfällt, nimmt die BaFin zunächst Gespräche auf, um Lösungsmöglichkeiten auszuloten. Mehrere andere deutsche Versicherer wie etwa Sparten der Branchenschwergewichte Axa und Ergo haben den Test ebenfalls nicht bestanden.

Schreiber bekräftigt: Aussage zur Sanierung in naher Zukunft

Schreiber bekräftigte seine Aussagen vom Donnerstag, es sei noch nicht entschieden, wie das Unternehmen angesichts der bevorstehenden Abschreibungen für 2003 frisches Kapital beschaffen wird. "Wir prüfen weiter alle Optionen, da ist von einer Kapitalerhöhung bis zum Verkauf oder eine Kombination von beidem alles möglich", sagte Schreiber. In den nächsten Wochen werde sich sein Unternehmen zu der neuen Strategie äußern. Einen Zeitungsbericht, wonach das BaFin und führende Versicherer in den nächsten Tagen ein Spitzentreffen planen, um über eine Auffanglösung zu beraten, wies Schreiber zurück. "Darüber wäre ich informiert. Die Geschichte ist reine Erfindung."

Mannheimer wegen Leben-Sparte 2002 tiefrot

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern mit einem Verlust von 50 (Überschuss 2001: 23,3) Millionen Euro abgeschlossen, wozu alleine die Leben-Sparte einen Fehlbetrag von knapp 60 Millionen Euro beigetragen hatte. Diese Sparte - die trotz umfangreicher Abschreibungen noch stille Lasten von 216 Millionen Euro aufweist - wird sich noch stärker auf das Geschäft ohne Zinsgarantien konzentrieren, um unabhängiger vom Kapitalmarkt zu werden. Die Lebensversicherungskunden erhalten 2003 nur die gesetzliche Überschussbeteiligung von drei bis vier Prozent. Die Aktien der Mannheimer notierten am frühen Freitag Nachmittag knapp 3,6 Prozent im Minus bei 9,55 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%