Ausschau nach strategischer Partnerschaft
Heißer Flirt von Hannoversche Leben und VHV

Die Versicherer Hannoversche Leben und VHV Vereinigte Haftpflichtversicherung stehen nach Angaben aus Kreisen vor einem Zusammenschluss. Die vergangene Woche bekannt gewordenen Gespräche seien praktisch abgeschlossen, erfuhr Reuters am Montag aus verhandlungsnahen Kreisen.

Reuters HANNOVER. Die beiden als Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG) geführten Unternehmen würden ihren Mitgliedern eine weit reichende Allianz vorschlagen. Beide Unternehmen wollten die Angaben nicht kommentieren.

Die auf Lebensversicherungen spezialisierte Hannoversche Leben kündigte allerdings für Dienstag kurzfristig ihre Bilanzpressekonferenz an. "Dann werden wir auch über die künftige Ausrichtung unseren Unternehmens berichten", sagte eine Sprecherin. "Bis dahin nehmen wir zu weitergehenden Spekulationen keine Stellung", fügte sie hinzu.

Bei VHV, einem der größten deutschen Autoversicherer in Deutschland, lehnte eine Sprecherin ebenfalls jede konkrete Stellungnahme ab: "Wir kommentieren das nicht. VHV wird zu gegebener Zeit informieren." Beide Unternehmen hatten allerdings vorige Woche bestätigt, dass nach strategischen Partnerschaften Ausschau gehalten werde. In der von Börsenflaute und Konjunkturkrise getroffenen Versicherungsbranche werden Zusammenschlüsse für unausweichlich gehalten.

Die Hannoversche Leben war im vorigen Jahr wegen der Börsenschwäche in Turbulenzen geraten und musste im Herbst ihre Überschussbeteiligung auf Grund von Einbußen bei Aktiengeschäften senken. Auf Druck der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) trat Vorstandschef Eckart von Uckermann im vergangenen Herbst zurück. Zum 1. November wurde Anton Wittl, Ex-Chef der Swiss Re Deutschland, an die Spitze berufen und begab sich verstärkt auf Partnersuche.

Branche sieht Fusion als sinnvoll an

Eine Fusion der beiden in Hannover ansässigen Versicherer wird in der Branche als durchaus sinnvoll angesehen. Mit VHV bekäme die Hannoversche Leben einen Partner, der nach eigenen Angaben über fünf Millionen Versicherungsverträge verfügt. Dahinter stehe ein großes Kundenpotenzial für das Lebensversicherungsgeschäft, in dem VHV selbst bisher nicht aktiv sei, heißt es. Mit Blick auf die betriebliche und private Altersvorsorge gelten Lebensversicherungen als Wachstumsmarkt.

Vor einer Woche hatte es aus verhandlungsnahen Kreisen geheißen, bereits binnen weniger Tage könne zwischen VHV und Hannoversche Leben eine Entscheidung fallen. Als offen galt zunächst noch, ob die Hannoversche Leben für den Bereich der betrieblichen Altersversorgung noch einen zweiten Partner ins Boot holt. Dazu hieß es am Montag aus den Kreisen, es gehe wohl nur um einen Zusammenschluss von VHV und Hannoversche Leben.

Wer bei einer Allianz die operative Führung übernehmen wird, wurde am Montag aus den Kreisen noch nicht bekannt. Klar sei, dass eine reine Übernahme eines Versicherers durch den anderen bei der Rechtsform des VVaG nicht möglich sei. Die VHV gilt auf Grund ihres größeren Vertragsbestandes und den jüngsten Schwierigkeiten der Hannoverschen Leben als der etwas stärkere Partner. VHV erzielte 2001 knapp eine Milliarde Euro Prämieneinnahmen. Die Hannoversche Leben verbuchte 2001 mit 800 000 Versicherten rund 880 Mill. Euro Prämien.

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