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Außenhandel rechnet mit Rekordüberschuss - China-Geschäft boomt

Die deutsche Exportbranche rechnet für dieses Jahr mit einem Rekordüberschuss im Außenhandel.

dpa-afx BERLIN. Die deutsche Exportbranche rechnet für dieses Jahr mit einem Rekordüberschuss im Außenhandel. Trotz ungünstiger Wechselkursrelationen und steigender Rohstoff- und Energiepreise werde für 2004 ein Anstieg der Exporte um 9,5 Prozent auf 725 Mrd. Euro erwartet, sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton F. Börner, am Donnerstag in Berlin. Die Importe erhöhten sich voraussichtlich um 6,5 Prozent auf 567 Mrd. Euro. "Hieraus errechnet sich ein neuer Rekordüberschuss im Außenhandel von 158 Mrd. Euro."

Mit Blick auf die Binnenkonjunktur äußerte sich der Verband wegen der steigenden Ölpreise zurückhaltender als die führenden Wirtschaftsforschungsinsti tute in ihrer am Dienstag vorgelegten Herbstprognose. "Den Ölpreis sehen wird 2005 bei deutlich über 40 Dollar", sagte Börner, der deshalb die Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im kommenden Jahr von 1,5 auf 1,25 Prozent verringerte. Die Herbstprognose geht von einem BIP-Wachstum in Höhe von 1,5 Prozent aus. Der Kurs des Dollar bewegt sich nach BGA - Einschätzung in diesem Jahr zwischen 1,25 Euro und 1,29 Euro und 2005 "deutlich über 1,25 Euro, aber auch deutlich unter 1,35 Euro".

In Russland registrierten die Unternehmen eine besonders starke Nachfrage nach deutschen Produkten. Im ersten Halbjahr seien die deutschen Exporte dorthin um 24 Prozent gestiegen. "Wir sind auf diesem wichtigen Wachstumsmarkt als größter Handelspartner in der Pole Position", sagte Börner. Der Handel mit den Staaten Mittelosteuropas sei in den ersten sechs Monaten mit 14 Prozent überproportional gewachsen. Ungebrochen bleibe auch der Aufschwung in Asien. Allein die Exporte nach China seien von Januar bis Juli um 27 Prozent gestiegen. Der Weltmarktanteil Deutschlands bei den Exporten von 10,3 Prozent im Vorjahr werde sich stabilisieren.

Die deutsche Industrieunternehmen stellen den Angaben zufolge die Vorprodukte ihrer Exportgüter zunehmend im Ausland her. Der Anteil der Importe an den deutschen Exporten sei von 29,7 Prozent im Jahr 1995 auf 38,8 Prozent im Jahr 2002 gestiegen. Diese Entwicklung sei aber ein politisch und wirtschaftlich wünschenswerten Sachverhalt, sagte Börner mit Blick auf die jahrzehntelangen Verhandlungen über die Liberalisierung der Weltmärkte. Der Import sichere die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportbranche und damit auch schätzungsweise 3,6 Mill. Arbeitsplätze.

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