Außenminister Fischer führte Gespräche
Deutschland und Türkei kooperieren bei Terror-Bekämpfung

Angesichts eines erwarteten Militärschlags der USA gegen Afghanistan setzt sich die Bundesregierung verstärkt für die Entschärfung von regionalen Konflikten in Zentralasien ein.

dpa BERLIN. Außenminister Joschka Fischer führte am Montag Gespräche mit dem kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew und dem türkischen Außenminister Ismail Cem. Deutschland und die Türkei wollen bei der Lösung von Konflikten in Zentralasien enger zusammenarbeiten. Über die westliche Reaktion auf die Terroranschläge gegen die USA sprach Fischer später auch mit NATO-Generalsekretär George Robertson.

Berlin und Ankara stünden fest an der Seite ihres Bündnispartners USA, betonte Fischer. Mit Cem habe er vor allem über die anstehenden politischen Lösungen für Zentralasien gesprochen, nicht aber über militärisch-operative Fragen. Cem sagte, die Unterstützung der USA sei für die Türkei selbstverständlich. Die Türkei ist der östlichste NATO-Partner. Vom Stützpunkt Incirlik starten US-Kampfflugzeuge zu Patrouillen.

Nach Worten Fischers muss die internationale Koalition nicht nur den Terrorismus effektiv bekämpfen, sondern auch die darunter liegenden Regionalkonflikte lösen. Deutschland betrachte die Türkei als wichtigen Regionalpartner bei der Lösung von Konflikten im Kaukasus, in Zentralasien, in der Region des Kaspischen Meeres sowie auch im Nahen Osten.

Zusammenarbeit vertiefen

Cem sagte, es sei wichtig, dass die UN-Resolution zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus erfüllt werde. Der Terror habe "keine Religion, keine Region und keine Rechtfertigung". Die deutschen und die türkischen Ministerien wollten ihre Zusammenarbeit in vielen Bereichen vertiefen. Mit Fischer habe er auch "fruchtbare" Gespräche über die Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU sowie den Zypern-Konflikt mit Griechenland geführt. Beide Minister bezeichneten die Gespräche als "sehr offen". Fischer traf unmittelbar nach Cem auch den griechischen Außenminister Giorgos Papandreou. Seit Ende 1999 ist die Türkei EU-Beitrittskandidat und muss noch zahlreiche Reformen umsetzen.

Fischer erörterte auch mit dem kasachischen Präsidenten Nasarbajew die Lage in Zentralasien. Kasachstan gehört zu den ehemaligen Sowjetrepubliken in Zentralasien, die sich bereit erklärt haben, ihren Luftraum für US-Militärflugzeuge zu öffnen. Nasarbajew wird am Dienstag von Bundeskanzler Gerhard Schröder mit militärischen Ehren im Kanzleramt empfangen. Der Staatschef trifft auch Verteidigungsminister Rudolf Scharping.

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