Außenminister Fischer reist nach Nahost
Palästinenser lehnen Angebot von Peres ab

Die Palästinenser lehnen das jüngste Gesprächsangebot des israelischen Außenministers Schimon Peres ab. Der Sprecher des palästinensischen Parlaments, Achmed Kurei, nannte in einem Interview mit der Tageszeitung "Al Kuds" die Räumung des Orient-Hauses in Ost-Jerusalem als Bedingung für ein Gespräch mit Peres.

hn TEL AVIV. Israel hatte das Gebäude, das der PLO jahrelang als Zentrale im arabischen Teil Jerusalems gedient hatte, nach einem Selbstmordanschlag besetzt, bei dem in Jerusalem 15 Gäste einer Pizzeria getötet worden waren. Peres hatte in einem Fernsehinterview, das am Samstagabend ausgestrahlt wurde, ein baldiges Treffen mit Palästinenserführer Jassir Arafat angeboten. Peres schlug einen "etappenweisen" Waffenstillstand vor, der die unterschiedlichen Situationen in der Westbank und im Gazastreifen berücksichtigen würde.

Inzwischen hat auch Arafats Forderung, internationale Beobachter zur Überwachung eines noch auszuhandelnden Waffenstillstandes in die Region zu senden, einen Rückschlag erlitten. Ägyptens Präsident Hosni Mubarak steht nun der Entsendung internationaler Beobachter skeptisch gegenüber. Solange auf beiden Seiten kein wirklicher Wille zur Einstellung der Kampfhandlungen festzustellen sei, könnten Beobachter nichts ausrichten, meinte Mubarak. Ägypten hat eine neue diplomatische Initiative angekündigt, die zu einer dauernden Waffenruhe zwischen Israelis und Palästinensern führen soll.

Umfrage: Scharon zu wenig konsequent

Laut einer Meinungsumfrage, die am Wochenende veröffentlicht worden ist, sind rund die Hälfte der Israelis indessen der Meinung, dass Scharon zu wenig konsequent gegen die Palästinenser vorgehe; sie befürworten ein härteres Vorgehen gegenüber den Palästinensern. Die große Mehrheit der Israelis glaubt heute nicht mehr, dass Scharon den Konflikt beenden kann. Scharon hatte im Wahlkampf einen "sicheren Frieden" versprochen.

Außenminister Joschka Fischer will am heutigen Montag in den Nahen Osten reisen, teilte das Auswärtige Amt am Sonntag in Berlin mit. Im Vordergrund des Fischer-Besuchs stehe die Bemühung um eine friedliche Beilegung des Nahostkonflikts, hieß es. Während der dreitägigen Reise will der Minister den Angaben zufolge Ägypten, die palästinensischen Gebiete und Israel besuchen.

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