Außenminister fordern Albaner zum Ende der Gewalt auf
NATO will Grenzen der Kosovo-Pufferzone enger ziehen

Wegen der anhaltenden Gewalt in Südserbien will die NATO die Grenzen der Pufferzone im Kosovo enger ziehen. Generalsekretär Lord Robertson erklärte am Dienstag in Brüssel nach einem Treffen der NATO-Außenminister, die Allianz sei zu einer schrittweisen Reduzierung der Zone bereit. Einzelheiten dazu werde der NATO-Rat erarbeiten. Zugleich appellierten die Außenminister der Allianz an die Albaner, ihre Gewalt in der Sicherheitszone zu beenden und Verhandlungen mit den Serben über eine dauerhafte Friedenslösung aufzunehmen.

ap BRÜSSEL. US-Außenminister Colin Powell, der erstmals an einem Treffen der NATO-Außenminister teilnahm, betonte, die USA seien zu einem weiteren Engagement auf dem Balkan bereit. "Wir sind zusammen reingegangen, wir kommen gemeinsam raus", sagte Powell. Deshalb werde sich die Regierung in Washington auch an allen Maßnahmen beteiligen, die die NATO beschließen werde.

Die NATO-Außenminister äußerten ihre tiefe Sorge über die anhaltenden Spannungen in Südserbien. Albanische Extremisten haben die Sicherheitszone zwischen dem Kosovo und dem übrigen Serbien wiederholt dazu missbraucht, Angriffe auf Serben zu verüben. Die Konflikte könnten nur mit direkten Verhandlungen zwischen beiden Seiten gelöst werden, betonten die Außenminister. Gespräche müssten so bald wie möglich beginnen.

Robertson betonte, die KFOR werde auch weiterhin die Kontrolle über die Sicherheitszone behalten, auch dann, wenn die jugoslawische Armee und die Polizei in das Gebiet um das Presevo Tal einrücken sollten. Der von der serbischen Regierung vorgelegte Friedensplan für Südserbien sei ein "wichtiger erster Schritt", sagte Robertson. Notwendig für einen Frieden sei aber ein konzertiertes internationales Vorgehen. Deshalb werde die NATO ihre Gespräche mit der Europäischen Union und den Vereinten Nationen fortsetzen.

Powell betonte, dass die USA eine gemeinsame Europäische Außen- und Sicherheitspolitik unterstützten. Dies stehe nicht im Gegensatz zu den Interessen der NATO. Zugleich verteidigte er die US-Pläne für eine nationale Raketenabwehr (NMD). Es liege in der Verantwortung seiner Regierung, die USA und auch deren Verbündete zu beschützen. Er begrüßte den russischen Vorschlag für eine gemeinsame europäische Raketenabwehr, wenngleich die Moskauer Pläne bislang noch vage seien.



Bericht Powells über Nahost-Reise



Bei einem gemeinsamen Mittagessen wollte Powell die anderen 18 Außenminister der Allianz über seine Reise durch den Nahen Osten informieren. Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte vor dem Treffen, er erwarte gute Gespräche. Fischer selbst war bereits vergangene Woche in Washington erstmals mit Powell zusammengekommen. Dabei ging es auch um die Luftangriffe der USA und Großbritanniens gegen Irak. Ob dieses Thema beim Mittagessen erörtert werden würde, war nicht klar.

Powell war in der Nacht zum Dienstag in Brüssel eingetroffen. Er reiste direkt nach einem fünftägigen Aufenthalt im Nahen Osten in die belgische Hauptstadt. Der US-Außenminister hatte auf seiner Nahost-Reise zunächst in Ägypten Station gemacht, wo er auch mit seinem russischen Kollegen Igor Iwanow zusammengetroffen war. Im Zentrum dieser Gespräche standen die US-Pläne für eine Raketenabwehr. Danach reiste Powell weiter nach Israel und in die palästinensischen Autonomiegebiete sowie nach Jordanien, Saudi-Arabien und Syrien.



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