Außenminister Powell auf Asien-Pazifik-Reise
Washington will Rüstungs-Dialog mit China und Nordkorea ausbauen

Die USA wollen weitere Gespräche mit China und Nordkorea über Rüstungsfragen führen. Das ist das wichtigste Ergebnis der Asien-Pazifik-Reise von US-Außenminister Colin Powell. Als letztes Land besuchte er gestern Australien, nachdem er zuvor in Japan, Vietnam, Südkorea und China gewesen war.

coh WASHINGTON. Zum Abschluss der Gespräche mit seinem südkoreanischen Kollegen Han Seung-Soo in Seoul hatte Powell der nordkoreanische Regierung in Pyongyang Gespräche ohne Vorbedingungen angeboten. "Wir sind bereit, ernsthaft Verhandlungen mit einer weit reichenden Tagesordnung zu führen", sagte der Außenminister. Dabei soll es um Rüstungsfragen wie das Raketenprogramm von Nordkorea gehen.

"Ich hoffe sehr, dass Kim Jong-Il noch in diesem Jahr Seoul besuchen wird", sagte Powell und drückte damit seine Unterstützung für den Dialog zwischen den beiden Nachbarstaaten aus. Die wirtschaftlichen Probleme des Landes seien nur zu lösen, wenn der Versöhnungsprozess mit Südkorea fortgesetzt und Bushs Angebot zu Wiederaufnahme der Gespräche angenommen werde.

Wissenschaftler fordert Rückzug der US-Truppen

Der US-Präsident hatte den Dialog, der von Vorgänger Clinton gestartet worden war, kurz nach seiner Amtsübernahme abgebrochen, im vergangenen Monat aber die Wiederaufnahme angeboten. Nordkorea zählt zu einem der "Schurkenstaaten", die Bush als Begründung für die Errichtung des Raketenabwehrschildes (MD) heranzieht.

Der Wissenschaftler Doug Bandow vom Cato-Institut in Washington forderte unterdessen einen Rückzug des amerikanischen Engagements in Südkorea. "Die US-Truppen sind nicht mehr notwendig, da im Vergleich zu Nordkorea die Bevölkerung von Südkorea doppelt so groß und die Wirtschaft 30 mal so stark ist", sagte Bandow. Daher sei Südkorea fähig, eine eigene Verteidigung aufzubauen, wenn die Gespräche zur Entspannung des Verhältnisses zwischen den beiden Nachbarn fehlschlagen sollten.

Meinungsverschiedenheiten mit China beigelegt

Zufrieden zeigte sich Powell mit dem Verlauf der Gespräche in Peking: Meinungsverschiedenheiten über chinesische Rüstungsexporte seien beigelegt worden. Er kündigte zudem Gespräche zwischen chinesischen und amerikanischen Experten an, die Details zu weiteren Rüstungsfragen klären sollen. Inhalt sollen Waffenlieferungen wie etwa von Raketentechnologie an Pakistan und andere Länder sein, womit China nach Ansicht von Powell bestehende Vereinbarungen verletze. "Wir werden auch Fragen der Nichtverbreitung von Atomwaffen diskutieren", so der Außenminister. Wann und wo die Gespräche stattfinden, ließ er offen.

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