Außenseiter dämpfen das Risiko
Depot-Analyse: Aktien-Korrelation zum Index wichtig

Viele Depots sind nicht systematisch aufgebaut, sondern es findet sich eine bunte Mischung aus einzelnen Aktien, Fonds und Zertifikaten - angesammelt im Laufe der Jahre, zum Teil auch nach Modetrends gekauft. Bei einer Bereinigung der Struktur gilt die Regel: je weniger gegenseitige Abhängigkeit, desto besser.

Tabellen im Text:

Dax 30

Euro Stoxx 50

fw DÜSSELDORF. Die Kursrückschläge an den Aktienbörsen bringen wieder stärker ins Bewusstsein, wie wichtig eine gute Risikostruktur des Depots ist. Denn obwohl die Indizes sinken, steigen die Kurse vieler einzelner Aktien - vor allem Papiere kleinerer Firmen. Doch auch unter den großen "Blue Chips" gibt es Aktien, die sich sehr stark, und andere, die sich nur wenig im Einklang mit dem jeweiligen Index entwickeln.

Eine Maßzahl für diese Abhängigkeit ist der Korrelationskoeffizient. Liegt er bei eins, dann laufen die untersuchten Kurse genau parallel. Würde er gar negativ, dann würden sie sich gegenläufig verhalten. Bei Null wäre aus der Kennzahl gar kein Zusammenhang erkennbar.

Eine Untersuchung des Dax (siehe Tabelle bei Handelsblatt.com: Dax 30) zeigt, dass diese Maßzahl für die deutschen Standardwerte etwa zwischen 0,3 und 0,8 schwankt. Die Allianz, die Deutsche Bank und Siemens zeigen besonders hohe Werte, Adidas und Henkel dagegen sehr geringe. Dafür gibt es gute Gründe: Aktien besonders großer oder hoch kapitalisierter Firmen haben ein hohes Gewicht im Dax und beeinflussen ihn daher selbst sehr stark - daher ergibt sich eine hohe Korrelation. Bei Finanztiteln kommt noch eine Besonderheit hinzu: Ihr Gewinn ist selbst auch von den Aktienmärkten, speziell vom Heimatmarkt abhängig. Das gilt vor allem für Versicherungsaktien: Für diese Konzerne spielen die Kapitalerträge eine entscheidende Rolle. Aber auch die meisten Banken sind mit ihren Provisionserlösen auf eine gut laufende Börse angewiesen. Wichtig in diesem Zusammenhang: Je internationaler das Geschäft der Finanzkonzerne, desto lockerer die Verbindung zum Heimatmarkt.

Manche Aktien sind auch deswegen stark mit dem Index korreliert, weil sie praktisch als ein Stimmungsindikator fungieren. Ein Beispiel hierfür ist SAP: Die Aktie hängt, weil sie lange Zeit ein ausgesprochener Börsenliebling war, sehr stark von der allgemeinen Stimmung ab. Natürlich können sich solche Abhängigkeiten auch verändern, daher empfiehlt sich, die Korrelation jeweils über verschiedene Zeiträume zu betrachten.

Bei einer Risikoanalyse des Depots sollte diese Abhängigkeit beachtet werden. Zum Beispiel wäre es wenig sinnvoll, zusätzlich zu Indexpapieren oder-Fonds einzelne Titel zu halten, die mit diesem Index stark zusammenhängen. Umgekehrt ließe sich dagegen eine gezielte Strategie verfolgen: Wenn ein Depot im Kern aus Indexpapieren aufgebaut wird - was zurzeit ja durchaus im Trend liegt - dann lässt sich das Risiko des Gesamtdepots durch wenig korrellierte Einzeltitel abmildern. Ein Dax-Schein ließe sich zum Beispiel durch Aktien von Henkel, FMC oder der Deutschen Post ergänzen.

Neben der Korrelation zum Index ist auch die Abhängigkeit einzelner Aktien voneinander interessant. Hier spielen die Branchen eine wichtige Rolle. Es liegt auf der Hand, dass Telekomwerte mit Telekomausrüstern wie etwa Siemens stärker zusammenhängen als mit anderen Branchen. Die Zahlen zeigen diesen Unterschied, allerdings nicht sehr ausgeprägt: Zwischen Deutscher Telekom und Siemens gibt es über ein Jahr eine Korrelation von 0,62, zwischen Siemens und der Allianz von 0,55. Interessant dabei: Jede einzelne dieser Aktien hängt sehr viel stärker mit dem Dax zusammen, als sie untereinander korrelieren. Das zeigt, wie problematisch eine Mischung aus Indexpapieren und Einzelaktien werden kann.

Auch beim europäischen Standardindex Euro Stoxx 50 fällt auf, dass die Finanztitel eine hohe Korrelation aufweisen, ebenso die Technik- und Medientitel. Niedrig liegen dagegen zum Beispiel Konsumwerte wie Ahold, Danone und Unilever sowie einige Versorger, etwa RWE und Repsol. Hierzu Informationen in der Tabelle Euro Stoxx 50.

Quelle: Handelsblatt

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