Außenwirtschaftliche Risiken sind gestiegen
Bankenverband: Konjunkturperspektiven trübe

Die konjunkturellen Perspektiven für Deutschland und den Euro-Raum haben sich nach Darstellung des Bundesverbandes deutscher Banken "wieder eingetrübt".

dpa BERLIN. Vor allem seien die außenwirtschaftlichen Risiken gestiegen, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Konjunkturbericht. «Für die bislang nur von den Exporten getragene wirtschaftliche Erholung in der Währungsunion stellt dies eine besondere Gefahr dar.» Die Erholung werde sich in den kommenden Monaten nur verhalten fortsetzen.

Die Industrieproduktion in Deutschland habe in den vergangenen drei Monaten enttäuscht. Inzwischen sei die Lage im Produzierenden Gewerbe wieder schlechter als noch im ersten Quartal dieses Jahres. Die bislang weit verbreitete Hoffung auf eine merkliche Beschleunigung der gesamtwirtschaftlichen Wachstumsrate im zweiten Quartal müsse deshalb gedämpft werden. Am deutschen Arbeitsmarkt sei noch keine Besserung in Sicht. Saisonbereinigt dürfte die Arbeitslosigkeit mindestens bis zum Jahresende weiter steigen. Im Jahresdurchschnitt sei mit mehr als vier Millionen Arbeitslosen zu rechnen.

Die Aufwertung des Euro kann nach Überzeugung der Bankenvolkswirte "nicht einseitig als konjunkturelle Belastung gewertet" werden. Abgesehen davon, dass das gegenwärtige Wechselkursniveau die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen aus der Währungsunion nur geringfügig beeinträchtige, stünden der aufwertungsbedingten Verteuerung der Exporte auch positive Konjunktureffekte gegenüber. So würden importierte Rohstoffe und Vorprodukte billiger, und ein verbessertes Verhältnis von Export- zu Importpreisen sei gleichbedeutend mit einem Anstieg der Realeinkommen im Inland. Außerdem dämpften die niedrigen Importpreise die Inflation.

Ausdrücklich forderte der BdB von den Euro-Staaten ein Festhalten am Ziel eines mittelfristig ausgeglichenen Staatshaushaltes. Sonst könne es zu einem Risikoaufschlag bei den Kapitalmarktzinsen kommen. Deutschland, Frankreich, Italien und Portugal, die "beim Abbau der Neuverschuldung weit ins Hintertreffen geraten" seien, sollten nicht über Modifikationen des Stabilitätspaktes nachdenken, sondern ihren erfolgreichen Nachbarstaaten nacheifern. Dies bedeute vor allem mehr Mut zu wirtschaftspolitischen Reformen.

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