Außergewöhnliche Belastungen
Fiskus akzeptiert Hochwasserschäden

Vom Hochwasser geschädigte Steuerzahler können ihre finanziellen Lasten beim Finanzamt geltend machen. Die Kosten für die Renovierung der eigenen vier Wände sowie die Wiederbeschaffung von Hausrat und Bekleidung werden als außergewöhnliche Belastungen anerkannt.

Steuerzahler in den Hochwasserregionen können nach Auskunft des Finanzdienstleisters BHW ihren Aufwand für die Beseitigung der Unwetterschäden beim Finanzamt geltend machen. Zahlungen von Versicherungen und Beihilfen aus öffentlichen Hilfsfonds müssen allerdings vorher gegengerechnet werden.

"Grundsätzlich können die Kosten geltend gemacht werden, die eine je nach Familienstand und Kinderzahl gesetzlich festgelegte Eigenbelastung übersteigen", erklärt BHW-Experte Hartmut Meeske. Für eine vierköpfige Familie mit einem Einkommen zwischen 15.341 und 51.130 Euro betrachtet der Fiskus Belastungen von bis zu drei Prozent der Gesamteinkünfte als zumutbar. Arbeitnehmer, die sich bis zum 30. November 2002 einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen, werden sofort steuerlich entlastet.

Einspruch einlegen

Haben Betroffene keine Hausratversicherung abgeschlossen, können sie nach einem Urteil des Finanzgerichtes München (Az.: 15 K 5567/99) die Kosten für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Bekleidung nicht von der Steuer absetzen. Der Bundesfinanzhof wird in diesem Rechtsstreit das letzte Wort haben (Revision unter Az. III R 2/02). Bei einem ablehnenden Bescheid ihres Finanzamts sollten Geschädigte daher schriftlich Einspruch erheben, rät Meeske.

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